Wildwasser & Vulkane

Ecuador Wildwasser & Vulkane (Bilder wie immer unten)

Nachdem wir den Dschungel ja ohne Blessuren hinter uns gelassen hatten, wurde es dann in Tena richtig gefährlich. Als Abwechslung zu unserem geruhsamen Leben auf dem schönen Campingplatz „Banana Lodge“ in Misahualli hatten wir hier nämlich bei einem lokalen Anbieter eine Wildwasser-Raftigtour auf einem Fluss der „Wildwasser-Klasse IV“ gebucht.
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Wir habe leider erst im Nachhinein gelesen, dass es da gar nicht mehr so viele weitere Klassen gibt. Da Armin der festen Überzeugung ist, dass man bei Touriaktivitäten immer die höchste verfügbare Schwierigkeitsstufe wählen muss, damit man überhaupt etwas Action hat, sind wir auch hier wieder so verfahren. Der Fluss war wirklich wild und Armin ist gleich mal bei der ersten Stromschnelle über Bord. Er war ja schließlich auch noch nie in seinem Leben raften davor. Dann ist das Floss gekentert, als wir von den Wassermassen gegen eine Felswand gedrückt wurden. Das Schlauchboot hat sich gegen die Wand aufgerichtet und wir alle sind rausgepurzelt und trotz Rettungsweste direkt unter Wasser und unter das umgekippt Boot gegen die Wand gedrückt worden. Dabei haben wir uns ordentliche Prellungen und Schürfwunden zugezogen und Armin hat noch einen Teil seines Daumennagels verloren. Wie die meisten Beteiligten hatte ich echt ganz schön Panik, als der Strudel uns wieder ausgespuckt hat. Zusammen mit drei anderen musste ich dann auch noch schwimmend durch die nächsten Stromschnellen, weil nicht alle schnell genug „gerettet“ werden konnten. Naja, entsprechend verbeult sind wir dann abends ins Zelt geklettert. Auf jeden Fall war es eine grenzwertige Erfahrung vor wunderschöner Dschungelkulisse. Trotz körperlichen „Leiden“ ging es am nächsten Tag weiter nach Banos. In einem Vorort von Banos haben deutsche Auswanderer ein Hotel im ganz ausergwöhnlichem Stil selbst gebaut (www.chamanapamba.com) und Camper sind immer gerne willkommen.
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Wir liessen uns leckeres Deutsches Essen schmecken, nutzten die warme Außendschungeldusche und erwanderten den Wasserfal „Cascada La Chamana“. Am nächsten Tag erkundeten wir das Städtchen Banos und die dazugehörigen Wanderpfande zum Bellavista-Kreuz, mit herrlichem Blick auf die Stadt. Nachts hatten wir vom Campinplatz (auf 2.700 m Höhe) „Ojos del Volcan“ einen tollen Blick auf den Vulkan Tungurahua, welcher des öfteren qualmt und hustet, sich aber ausgerechnet in dieser Nacht ruhig verhielt.
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Von hier machten wir uns auf den Weg nach Latacunga von wo aus die landschaftlich beeindruckende Quilotoa-Rundfahrt beginnt. Dieser Hochland-Loop umfasst ca. 200 km und die Aussichten sind einfach gigantisch. Wir unterbrachen die Rundfahrt in Chugchilán um von dort eine Tageswanderung bis zu der Lagune Quilotoa zu unternehmen. Zu Beginn ging es von Chugchilán welches auf 3100 m liegt, 600 m hinab in die Talsohle des Río Toachi – in den „Grand Canyon Ecuadors“ um dann bis zum Kraterrand auf knapp unter 4000 m hochzusteigen. Von hier hat man eine unglaublich schöne Sicht über die Lagune.
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Wieder im Hostel angekommen, spürten wir unsere Knochen ganz schön ;). Am nächsten Tag fuhren wir noch einige Kilometer auf dem Loop um dann von Lasso direkt in den Nationalpark Cotopaxi abzubiegen. Der Campingplatz direkt im Park liegt auf 3800 m und man hat freie Sicht auf den Vulkan, wenn er nicht in Wolken verhüllt ist. Als wir uns nachts bei eisiger Kälte aus unseren Schlafsächen schälten, hatten wir sternenklaren Himmel und freie Sicht auf den majestätisch aufragenden Cotopaxi – was für ein Erlebnis.
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Aber noch nicht genug, wir wollten den Berg schließlich auch noch erklimmen und so fuhren wir am nächsten Tag auf den höchstgelegenen Parkplatz auf 4.600 m um dort unseren tapferen Monereo abzustellen. Zumindest für ihn hatte das Aufsteigen ein Ende. Wir kämpften uns dann über Vulkansand und Gestein zum Refugio (4.800 m) und hoch bis zum Beginn des Gletschers auf über 5000 m. Wir waren wirklich stolz so hoch zu kommen und das alles ohne „gesundheitliche“ Probleme. Die Höhenkrankeit kann einem, wie wir aus eigener Erfahrung wissen, ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Kaum war der Berg erklommen zog das Wetter auch zu und so machten wir uns an den leichten Abstieg. Wir beschlossen, noch an diesem Tag weiter nach Otavalo zu fahren. Auch in Otavalo waren wir nicht gerade untätig und so ging es bereits am nächsten Tag zur Cuichocha-Kraterlagune.
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Sie liegt am Südrand des längst erloschenen, fast pyramidenförmigen Vulkan Cotacachi, welcher sich aber lieber in Wolken verhüllte als sich uns zu zeigen. Das tat unserer Wanderung um die Lagune aber keinen Abbruch. In der Lagunenmitte erheben sich zwei Inselchen und im Wasser spiegelten sich die Wolken. Was für ein atemberaubender Anblick. Morgen wollen wir uns hier in Otavalo noch den bekannten Tiermarkt anschauen um dann wieder weiterzuziehen…

 

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