Paracas und Nasca

(Bilder wie immer unten)
Nachdem unser Einstieg in Peru aufgrund einiger blöder Vorkommnisse (kartenfressender Geldautomat, überteuerte Nationalparks, teures Benzin, Strassenmaut, etc.) etwas gemischt verlaufen ist, konnten wir uns nun endgültig der Schönheit dieses Landes widmen. Die Menschen hier sind etwas zurückhaltender als die Kolumbianer und Ecuadorianer aber dennoch fühlen wir uns auch hier willkommen.
Von Lomas de Lachay ging es an der Küste weiter südlich und zunächst durch das liebliche Lima. Spass beiseite, die Fahrt durch Lima war fast so schlimm wie die Fahrt durch Bogota und in einem Kreisverkehr kam es sogar zum behutsamen „Autokontakt“ zwischen unserem Montero und einem einheimischen Taxi. Zum Glück ist nichtmal eine Schramme zurückgeblieben. Südlich von Lima fuhren wir dann bei Paracas ab, um im gleichnamigen Naturschutzgebiet zu übernachten. Zuvor buchten wir gleich noch für den nächsten Tag eine Bootstour zu den Islas Ballestas, wo man Pinguine, Seevögel und Robben aller Art sehen kann. Das Naturschutzgebiet ist eine große Wüste mit spannenden Landschaften und einer rauen Küste. Wir übernachteten am Rangerhäuschen an einem Strand und mussten uns in den Windschatten des Bauwerks stellen, sonst hätten wir unser Zelt bei dem dort herrschenden Wind nicht aufklappen können.
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Die 2 Stunden Bootsfahrt zu den Islas Ballestas war spektakulär. Neben unheimlich vielen Seevögeln konnten wir Humboldt-Pinguine und Seelöwen beobachten. Die kargen Felsen sind voller Leben und die Guano-Schicht zum Teil bis zu 40 cm dick. Das riecht man.
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Nach der Bootstour nahmen wir den Nationalpark noch etwas unter die Räder und konnten mit Allrad den einen oder anderen Wüsten-Ausritt unternehmen.
Der Panamericana folgend, verlief unsere Route weiter Richtung Ica und von dort über Palpa nach Nasca. Nasca ist weltberühmt für seine prähistorischen Bodenritzungen, die sich über ein weites Areal erstrecken. Freigelegt wurden viele dieser Bilder von Maria Reiche, einer deutschen Wissenschaftlerin, die vor Allem in der Nachkriegszeit hier aktiv war und in Peru großes Ansehen geniesst. Wir besuchten das nach ihr benannte Museum.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Bodenbilder durch Erich von Däniken kenne, der sie für Landeplätze Ausserirdischer hält. Seine Theorien sind zwar weit hergeholt aber ich mag diesen sympatischen Spinner aus der Schweiz! Um so schöner war es, die Nasca-Linien dann am darauffolgenden Tag aus der Luft zu begutachten. Tanja blieb aufgrund ihrer Seekrankheit (keine Lust auf Spucktüte) leider am Boden und so bestieg ich gemeinsam mit einer dreiköpfigen peruanischen Familie und den beiden Piloten eine kleine einmotorige Cessna zum Rundflug über den Bilderteppich. Wirklich beeindruckend, siehe Fotos!
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Man muss dazu sagen, dass das Auswärtige Amt generell von Flügen ab dem kleinen Flughafen in Nasca abrät (ich wiederhole mich: das Auswärtige Amt rät auch davon ab, sein eigenes Wohnzimmer zu verlassen). Seit 2007 sind nur drei Flugzeuge abgestürzt, was bei dem regen Flugverkehr ja noch überschaubar ist. Ich habe mich allerdings auch einmal gewundert, als wir nach einer steilen Kurve ein weiteres Kleinflugzeug so nah passiert haben, dass ich den Touristen dort fast hätte zuwinken können.
Nach dieser schönen Erfahrung wollten wir nicht mehr dan ganzen Tag Autofahren und machten Halt für die Nacht in Puerto Inca, ca. 150 km südlich von Nasca. Eine einsame Bucht mit einem verfallenden Inka-Hafen und einem Hotel mit Camping-Möglichkeit lädt zum Verweilen ein und wir machten einen schönen Spaziergang und liessen es uns gut gehen im Restaurant (das ist übrigens etwas, das wir oft und gerne tun. Man lernt eine fremde Kultur am besten mit dem Magen kennen). Einem romantischen ruhigen Abend am Strand stand dann allerdings eine Reisegruppe entgegen, die mit einem LKW, beladen mit knapp 30 Personen, auf dem Campingplatz einfiel. Trotz Party und Rabatz nebenan schliefen wir trotzdem gut und freuten uns auf die kommenden Abenteuer, beginnend mit unserem Besuch in Arequipa, der „Perle des Südens“. Aber dazu demnächst mehr.

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