Seenlandschaft

(Bilder wie immer unten)
Von Los Molles aus, unserem letzten Stop am Pazifik, geht es auf der Routa 5, der Chilenischen Panamericana, weiter Richtung Süden. Zunächst durch Santiago de Chile, der Hauptstadt, in deren Umfeld fast jeder zweite Chilene lebt, dann weiter Richtung Temuco, von wo aus wir in die Seenlandschaft Nordpatagoniens einsteigen wollen. Genau dieser Einstieg gestaltet sich aber leider zunächst schwer, da das Wetter auf „Regen“ umstellt und dadurch auch in diesen schon recht südlichen Gefilden die Temperaturen deutlich fallen. Wir fahren ab von der Hauptstrasse und auf Schotterpisten zu den Termas Rio Blanco. Auf dem Weg zu den einfachen aber sehr schönen Termalquellen reisst eine Schweissnaht am Auspuss ab und wir kommen mit mächtig Getöse an unserem PLatz für die Nacht an. Es gibt ein heisses Bad in den Thermalquellen und leckeres Grillfleisch, dessen Qualität hier in Chile wieder exzellent ist! Leider regnet es dann die ganze Nacht und wir beschliessen, im strömenden Regen nach Pucon zu fahren, einer größeren Stadt am See Villarrica. Die ganze Gegend ist geprägt von Einwanderern aus dem deutschsprachigen Raum und man entdeckt einige deutsche Namen und viele Gebäude in „alpenländischer“ Architektur. Es regnet noch immer ohne Unterlass aber wir finden eine Werkstatt, die uns schnell und fachmännisch den Auspuff schweisst. Danach verbringen wir den Rest des Nachmittages in einem netten Cafe.
Da das Wetter in den kommenden zwei Tagen nicht besser werden soll, fahren wir weiter und kommen in Los Lagos auf einem Campingplatz unter, der von einem Schweizer mit seiner Chilenischen Frau betrieben wird. Wir haben einen Platz mit etwas Überdachung und harren hier aus, bis das Wetter endlich wieder besser wird. Kaum hört es auf zu regnen, kommt auch schon die Sonne raus und uns zieht es an den Lago Llanquihue, genauer gesagt in das Städchen Frutillar – „Erdbeerhausen“.
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Hier haben sich in den vergangenen 130 Jahren deutsche Auswanderer niedergelassen und es sieht so aus, wie man sich Deutschland halt so vorstellt: Ordentlich, mit gemauerten Steinhäusern, karierten Tischdecken und Hirschgeweihen an der Wand. Die Strassenhunde hören auf den Namen „Hasso“ und jeder hat noch mindestens einen marschmusikhörenden Nazi-Opa im Keller. Letzeres ist natürlich nur ein Scherz und deckt nur einen winzigen Teil der tatsächlichen deutschsprachigen Einwanderung nach Chile ab. Der Ort ist richtig nett und wir trinken Kaffee und essen Kuchen (heisst hier auch so). Abends gibt es im Club Aleman, dem Gasthaus des deutschen Vereins, Rinderbraten und Eisbein mit Sauerkraut. Frutillar hat auch ein top modernes und ausgesprochen großes Konzert- und Theaterhaus. Einmal jährlich finden hier die „Musikwochen“ statt, eine Veranstaltung, die in ganz Südamerika bekannt ist. Wir verpassen diese leider, um eine Woche und ziehen weiter ostwärts, an den Lago Todos los Santos.
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Hier geniessen wir den herrlichen Blick auf den See und machen uns auf zu einer kräftigen Wanderung in Richtung des Vulkanes Osorno, den wir schon die letzten Tage immer im Blick hatten. Der eisbedeckte Gipfel lässt sich zwar nur mit Kletterausrüstung bezwingen aber die Wanderungen zum Paso Desolacion bietet auch schon wunderschöne Aussichten auf den See und den Vulkan. Nach 26 km gibt es dann wieder das verdiente Rinderfilet vom Grill mit Kartoffelsalat und die Beine schmerzen nur noch halb so sehr.
Da das Wetter so schön ist – der Patagonische Sommer bietet hier auch bei Sonnenschein keine unangenehm hohe Temperaturen – bleiben wir in der Gegend und lassen uns im Ort Las Cascadas am Lago Llanquihue nieder. Wir genissen das kristallklare Wasser für ein Bad, den Blick auf den Osorno und den Rinderbraten mit Kartoffeln, den es 200 m weiter im allgäuer Restaurant gibt. Morgen geht es über die Grenze nach Argentinien. Wir sind gespannt aber das wird eine andere Geschichte.

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