Chilenische Fjorde – Navimag

Chilenische Fjordlandschaft / Fähre Puerto Natales -> Puerto Montt
(Bilder wie immer unten)
Liebe Mitreisende: Die Bilder von den Walen könnt Ihr als ZIP-Datei hier laden: Blauwale

Wir hatten schon lange darauf spekuliert, mit der Fähre der Rederei „Navimag“ eine Passage von Puerto Natales im südlichen Patagonien nach Puerto Montt, gute 1000 km weiter nördlich, zu unternehmen. Das Beste an der Idee: Das Auto kann im Bauch des Schiffes mitfahren, verbraucht keinen Sprit und wir können drei Nächte und 3 Tage die wunderschöne Fjordlandschaft Chiles geniessen. Nachdem wir bereits vor Monaten bei der Rederei angefragt hatten, bekamen wir Mitte Januar das OK: Wir sind auf der nach Norden führenden Route gebucht, mit Auto!
Nach unserem Ausflug in den Torres del Paine Nationalpark ging es gleich am Abfahrtstag zum Büro der Rederei Navimag, um die Tickets zu lösen und zu bezahlen. In dem kleinen Container war bereits einiges los und da auch hier die Arbeit nicht gerade effizient von statten ging, waren wir froh, nach einiger Zeit unsere beiden Tickets in Händen zu halten. Für das Auto wurde kein Ticket ausgestellt und auch nach dreimaliger Nachfrage, ob wir denn da kein Dokument brauchen, wurden wir weggeschickt: Kommt einfach um halb zwei zum Terminal. Alles klar! Als wir dann zur vereinbarten Zeit am Hafen waren, wurde uns von einem Pfördner freundlich aber bestimmt klargemacht, dass wir mit dem Auto hier nicht reinkommen. Wir brauchen nämlich ein Dokument vom Zoll, schliesslich sei Puerto Natales Freihandelszone. Gesagt getan: Zuerst wieder zu Navimag und der gerade völlig im Stress befindlichen Dame ein „Manifiesto“ abgeschwatzt, auf dem wir die „Ausfuhr“ des Wagens vom nahegelegenen Zollbüro stempeln lassen. Dann zum „Inspektor“, der sich das Auto ansieht und sein letztes Servus unter die Papiere setzt. Alles sehr freundlich und entspannt. Der Mann an der Schranke kannte uns bereits und winkte uns freundlich durch, wir durften direkt aufs Schiff fahren. Ein Ticket für das Auto haben wir nicht bekommen und auch nichts bezahlen müssen, obwohl das Auto laut Liste 362 Dollar kostet. Ob wir einfach Glück hatten oder ob die Passage des Autos auf dem ziemlich leeren Frachtdeck immer kostenlos ist, werden wir wohl nie erfahren…
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An Bord bezogen wir erstmal unser Luxusquartier. Naja, es sah eher aus wie in der Jugendherrberge mit insgesamt sechs Stockbetten und einem Bad + WC. Wir hatten Glück mit unseren Mitbewohnern Mikaela und Didier aus Deutschland und dem Amerikanischen Paar Giselle und Garvin: Es hat Spass gemacht mit Euch zu reisen und wir hoffen unsere Wege kreuzen sich mal wieder (ok, Giselle und Garvin haben wir bereits gestern wieder in Santiago getroffen, die Welt ist ein Dorf)!
Der Abfahrtstag war eher kühl und regnerisch und wir gingen früh schlafen – die Tage im Nationalpark waren so anstrengend. Der erste volle Tag an Bord war dann auch eher trübe und wir machten einen wenig inspirierenden Landgang in Puerto Eden, eine von wenigen Siedlungen in diesem entlegenen Gebiet Chiles.
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Abends bereiteten wir uns auf die Fahrt über das offene Meer vor, da wir die schützenden Fjorde für gut 12 Stunden verlassen mussten. Obwohl die Fahrt wohl die ruhigste seit Monaten war, kam doch ordentlich Bewegung ins Schiff und Tanja war froh, dass Ihre Seekrankheitstablette sie schnell ins Reich der Träume schickte.
Der folgende Tag begann mit Sonnenschein und blauem Himmel. Wir kamen wieder in ruhige Gewässer und konnten den ganzen Tag in der Sonne lesen, uns mit anderen Reisenden unterhalten und die Aussicht auf schneebedeckte Vulkane und das glatte Meer geniessen. Sonnenbrand war mal wieder inklusive (kaum noch Haare und ein großes Gesicht erhöhen das Riskio, musste ich schon mehrfach feststellen).
Dann kam der Hammer: Kurz bevor wir die Insel Chiloé erreichten, wurden die  ersten von Walen ausgestossenen Fontänen, der Blas, gesichtet. Es waren nicht irgendwelche Wale, sondern Blauwale, die hier zur Paarung in die Region kommen. Es ist atemberaubend! Überall sieht man die Fontänen dieser imposanten Tiere und da wir richtig Glück hatten, kamen sogar zwei von Ihnen ganz nah ans Schiff (siehe Fotos). Zusätzlich tummelten sich auch noch Delfine und Toninas in der Wellen und wir konnten unser Glück kaum fassen.
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Den Abend beschlossen wir mit einem Bier bei Sonnenuntergang und gingen glücklich ins Bett. Am Morgen darauf waren wir bereits in Puerto Montt, von wo aus wir nur ein paar Kilometer bis Puerto Varas weiterfuhren. Hier fanden wir einen netten Campingplatz, auf dem wir das Auto ausräumen und unsere Sachen packen konnten. Denn unser letzter Weg führt uns nun nach Santiago, wo wir uns mit Carina und Salomien aus Südafrika treffen werden, die zukünftig mit dem Montero Südamerika bereisen wollen. Wie man ein Auto hier in Chile an andere Reisende weitergibt, ist auch ein Abenteuer. Aber dazu demnächst mehr.

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