Chile – Santiago

Jede Reise geht irgendwann zu Ende…
Wir verbrachten noch spannende und aufregende Tage in der Großstadt Santiago de Chile. Wir wohnten im schönen Stadtteil Lasterria, in welchem sich unzählig gemütliche Kaffee’s und Restaurants befinden. Generell ist das Viertel sehr weltoffen und von einer Künstlerszene geprägt.
Um ehrlich zu sein, Sightseeing stand nur bedingt auf der Programm. Das Wichtigste für uns war, den Autokauf abzuwickeln. Nachdem wir Sonntags gut in Santiago angekommen waren, ging es am Montagmorgen erstmal zur Mitsubishi-Werkstatt, um unseren Montero für seinen neuen Lebensabschnitt fit zu machen. Wir wurden professionell und freundlich empfangen und konnten das Auto zum Service in gute Hände geben. Danach waren wir dann auch schon mit Carina und Salomien verabredet, unseren Käufern für den Wagen. Die Beiden, zusammen mit ihrer Freundin Sharon, waren uns sofort sympatisch. Da allerdings auf dem Weg von Südafrika nach Santiago das Gepäck der Beiden abhanden gekommen war, konnten sie uns nicht zur Werkstatt begleiten, um das Auto frisch geputzt und abgeschmiert wieder abzuholen.
Der Dienstag stand dann im Zeichen des Papierkrams. Wir hatten unterschiedliche Vollmachten (darunter eine Generalvollmacht, die den neuen Besitzern alle Rechte an dem Fahrzeug zusichert) vorbereitet, die wir nun beim Notar beglaubigen und quasi rechtswirksam machen liessen. Dieses System ist wohl ziemlich einmalig weltweit aber am Ende hatten wir alle Dokumente mit Unterschrift, Fingerabdrücken und Notarstempel in den Händen. Diese Prozedur war notwendig, da es nicht möglich ist, das Auto offiziell in Kanada auf die neuen Besitzer umzuschreiben, da hierzu das Auto (oder zumindest die Vertragsparteien) im Land sein müssen. Ausserdem werden dann auch noch Steuern fällig. Eine offizielle Einfuhr in Chile geht auch nicht, da dort generell keine Gebrauchtfahrzeuge eingeführt werden können, auch wenn man bereit wäre, den Einfuhrzoll zu bezahlen. Der von uns gewählte Weg ist somit der „legalste“, da die neuen Besitzer nun mit dem alten Fahrzeugbrief und dem ebenfalls auf meinen Namen ausgestellten Zolldokument weiterfahren können. Sie müssen nur in der vorgeschrieben Zeit das Land verlassen und z.B. nach Argentinien einreisen. Wer mehr zu diesem Prozess erfahren möchte, kann sich gerne direkt an uns wenden.
Nachdem der offizielle Part erledigt war, konnten wir sogar noch etwas die Stadt geniessen. Santiago ist prinzipiell eine sehr westliche Großstadt und man kann sich wunderschön zwischen den Bars und Cafes treiben lassen. Ein paar Ecken wie das Stadtviertel Bellavista oder die beiden Hügel Cerro Santa Lucia und Cerro San Cristobal haben auch ihren ganz besonderen Charme. Dennoch hatten wir uns dann aber auch recht bald satt gesehen. Nach einem gemeinsamen Abendessen am Donnerstag, mussten wir uns dann am Freitag von unseren neuen Freunden aus Südafrika und von unserem treuen Auto verabschieden. Es ist schon ein gemischtes Gefühl, nach einer solch langen und intensiven Zeit, einfach mit ein paar Rucksäcken in ein Taxi zum Flughafen zu steigen. Unseren „Nachfolgerinnen“ wünschen wir eine wunderschöne Reise mit einem tollen Auto, das ihnen sicherlich viel Freude bereiten wird.
Da wir alte Sparfüchse sind, hatten wir unseren Flug mal wieder bei Condor gebucht. Dieser sollte uns zunächst ab 2 Uhr nachts in 6 Stunden von Santiago nach Panama, von dort in gut 2 Stunden nach Puerto Rico und von dort die letzten 9 Stunden nach Frankfurt führen. In den endlosen Wartestunden an dem (für eine Stadt wie Santiago) lächerlichen Flughafen hatten wir Richtig Schiss vor der Ausreise. Gerüchte hatten Zweifel gesäht, ob man überhaupt per Flugzeug ausreisen kann, wenn man mit dem eigenen Auto einreist. Wie sich später herausstellte, war diese Sorge vollkommen unbegründet. Eine andere Sorge kam aber zuvor bein Check-In auf: Wir brauchen den Ausdruck unserer ESTA-Bescheinigung, da Puerto Rico US-Territorium ist. What the fu*k! Also erstmal zum nächsten Copy-Shop und das Dokument vom letzten Jahr ausgedruckt. Dabei wollten wir die USA doch unbedingt vermeiden, weil wir hier auch noch ein paar „Leichen im Keller“ haben. Aber auch in Puerto Rico funktionierte den Einreise ohne Probleme. Nach weiteren 9 Stunden im Condor-Flieger („enger geht nimmer“) kamen wir dann am Sonntag sicher in Frankfurt an.
Wir möchten uns auf diesem Weg bei allen Lesern recht herzlich bedanken. Wir hoffen es hat euch Spass gemacht mit uns zu reisen.
Wir werden das Reise- und Camperleben sehr vermissen, können aber auf eine unvergessliche Zeit mit vielen tollen Arbenteuern und Erlebnissen zurück blicken.
Wir sind in den 10 Monaten 44.000 km gefahren und haben 16 Länder bereist und haben uns nie unsicher oder nicht willkommen gefühlt.
Das Einzige was wir wohl nicht vermissen werden, sind die Grenzübergänge – hatten uns diese doch manchmal einen hohen Puls verschafft.
HASTA LUEGO
Tanja & Armin

3 Kommentare zu “Chile – Santiago

  1. Sonja & Stefan

    Hallo ihr Zwei. Wir sitzen gerade noch in Santiago und warten auf unser Taxi zum Flughafen um weiter nach Neuseeland zu fliegen. Also um euren Aufwand mit dem Auto beneiden wir euch definitiv nicht! Wir wünschen euch viel Spaß und Glück bei der Wiedereingliederung in den deutschen Alltag und warten dann auf euren neuen Blog traveleastbound oder was auch immer. LG Stefan & Sonja

  2. Michael

    Na dann mal willkommen zuhause!

    Immer dran denken NSA liest mit, vorsicht mit der Formulierung dass ihr Leichen im Keller in den USA habt 🙂

    Grüssle
    Michael

  3. Christoph

    Willkommen zurück,

    und vielen Dank für die geniale Homepage. Die unterhaltsamen Berichte haben so manchen Arbeitstag vergnüglicher gemacht.

    Grüße

    Christoph

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