Chiapas und Yucatan

Nach unserem längerem Aufenthalt in Oaxaca hatten wir einen längeren Fahrtag vor uns. Wir waren aber von unserem leckerem Abendessen richtig gestärkt. Wir hatten eine tolle Zeit bei Calvin und Leanne! Thank you very much!
Nun zu unserem Fahrtag: Von 1.540 m (Oaxaca) ging es auf einer Serpentinenstrasse hoch auf 2.728 m, um dann auf Meereshöhe abzufahren. Auf dieser Berg- und Talstrasse mussten wir noch 171 Topes bewältigen.

DER TOPE:
Was ist ein Tope: Ein Tope ist eine Bodenschwelle die aus dem Nichts oder machmal auch angeküdigt auf den Strassen Mexicos zu finden ist. Er dient dazu, das Fahrzeug nahezu komplett abzubremsen und den Fahrer zu zwingen, in den 1. Ganz zu schalten und dann das Fahrzeug über den Hügel zu befördern. Ein Tope kann aus Beton, Asphalt, abgewickelten LKW-Reifen und sogar Schiffseilen bestehen. In der Regel ist er unverhältnismäßig hoch und sehr schmal. Ein „Übersehen“ kann zu erherblichen Beschädigungen am Fahrzeug führen. Bestenfalls werden Fahrer und Beifahrer „nur“ aus dem Sitz geschleudert. Außer den Topes gibt es noch „Vibradores“, die wohl die kleinen Geschwister des Topes sind, aber auch nerven. Wir liessen uns aber sagen, dass kein Mexikaner zu bremsen bereit ist, wenn er nicht durch Hindernisse dazu gezwungen wird.
Ihr könnt euch vorstellen was für einen Verschleiss am Fahrzeug, Passagieren und Spritverbrauch dies bedeutet.

Nun zurück zum Reisebericht…

Wir verbrachten nur einen Abend am Meer, in Zipolite, da der Campingplatz schon bessere Zeiten gesehen hatte und auch die „Touristen“ irgendwie seltsam wirken. Da wir in keine Drogenkriege kommen wollten, fuhren wir schon am nächsten Tag weiter. Wir wollten eine Schildkrötenaufzuchtstation in Puerta Arista besuche – diese gab es wohl nicht mehr – und so beschlossen wir, bis Tuxtla weiter zu fahren.

Von dort besuchten wir den Sumidero Canyon. Mit dem Boot ging es in die tiefe Schlucht des Rio Grijalva. Die Schlucht entstand durch einen tektonischen Riss zwischen dem Tiefland und der Sierra. Die Felswände ragen teilweise 1000 m Hoch. Wir sahen viele Flusskrokodile und Vögel. Die rasante Fahrt machte richtig Spass. Link zu Wikidedia.

Unser nächstes Ziel war San Cristobal de las Casas. Die Stadt ist ein Zentrum der Indigenen Bevölkerung. Wir besuchten das Maya Museo de Medicina. Um dies zu erreichen mussten wir die Abseiten der Stadt durchqueren. Der Kathedrale und der davor stattfindende indigene Markt ist wirklich toll. Wir schlenderten danach durch die schöne Fussgängerzone und gönnten uns ein leckeres Essen. Was wir wirklich von der viel gelobten Stadt halten sollen, wissen wir aber nicht so Recht.

Am nächsten Tag starteten wir frohen Mutes Richtung Palenque. Nach der Hälfte der Strecke, in Ocosingo, ging gar nichts mehr. Zuerst gingen wir von einem Unfall aus und nutzten die Zeit für ein Mittagessen. Tja, das war wohl erst der Anfang. Die Kaffeebauern hatten eine Blockade errichtet und die Strasse komplett gesperrt. Da sich die Verhandlungen um einen höheren Kaffeebohnenpreis wohl in die länge zogen, verbrachten wir 8 Stunden mit Warten. Wir hatten dann aber großen Glück und wurden mit dem ersten Schub um bereits 19:30 aus der Stadt entlassen. Direkt hinter uns wurde wieder dicht gemacht. Und somit mussten wir noch 2,5 Stunden auf abenteuerlichen Bergstrassen in der Dunkelheit bis Palenque fahren – what a day!

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Am nächsten Morgen sahen wir bzw. hörten wir in welch toller Dschungelwelt wir uns befanden – die Brüllaffen weckten uns mit wildem Geschrei.
Unser Weg führte uns zu den berühmten Mayaruinen von Palenque. Diese erst zu 10 % ausgegrabene Stadt erlebte ihre Blüte 600 n. Chr. Die Pyramiden sind in den Dschugel eingebettet und sehr faszinierend.
Für mehr Infos: Link zu Wikipedia.
Danach führte uns der Weg noch an die Wasserfälle Misol-Ha, welche in der Regenzeit wirklich beeindruckend sind. Das Wasser stürtze in breiten Bahnen 40 m in die Tiefe.
Den Nachmittag verbrachten wir an unserem Campingplatz mitten im Dschugel.

Nach diesen tollen Tagen im Duschugel fuhren wir direkt nach Merida. Dort verbrachten wir aber nur eine Nacht auf einem ziemlich „vernachlässigten“ Campingplatz. Unser nächstes Ziel war Cuzamá. Von da aus beginnt eine ganz besondere „Cenote“-Tour. Cenotes sind ganzjährig gefüllte Wasserlöcher. Sie sehen aus wie ein trichterförmiger Einbruch im Erdboden und sind häufig unterirdisch. Wir saßen auf einer Lore die dann von einem Pferd auf Schienen gezogen wird. Wir hatten viel Spass, denn wir konnten fast alleine in den tollen Wasserlöchern baden. Das Wasser war herrlich erfrischen, was bei diesem heißen Wetter echt Gold Wert ist.

Unser nächstes Ziel waren die Pyramiden von Chichen Itza. Die Bauten sind wirklich fazinierend. Vor allem aber die Steinskulpturen, die  verschiedene Gottheiten der Mayas zeigen, fanden wir sehr
beeindruckend. Auch das Ballspiel war hier schon sehr beliebt und somit nimmt der Ballspielplatz 145 m x 37 m ein und die kleine Kautschukkugel musste durch einen kleinen Steinzielring befördert werden, der an der 8 m hohen Mauer befestigt war. Was genau mit den Verlierern geschehen ist, ist nicht bekannt – es wird von „Opferung“ gesprochen. Da macht Fussball doch gleich noch mehr Spass ;).

Nun war es uns aber nach „MEER“ zumute und wir gönnten uns 4 Tage am Strand Xpu-Há. Dieser Karibikstrand liegt ca. 30 KM nördlich von Tulum. Wären die Sanitärenanlagen am Campingplatz nicht so verheerend gewesen, hätten wir es wohl noch ewig ausgehalten :). Wir verbrachten herrlich sonnige Tage am weissen Sandstrand. Da dieser Strand auch eine Anlaufstelle für Schildkörten zur Eiablage ist, gingen wir nachts ans Meer, in der Hoffnung eine Meeresschildkröte zu sehen. Den Gedanken hatten aber
noch mehrere Leute außer uns und deshalb war den Schildkröten wohl zu viel los. Wir hatten aber dann doch noch riesen Glück und sahen frischgeschlüpfte Babyschildkröten. Die kleinen quirligen Schildkröten sind 8-10 cm groß und strampeln wie verrückt. Das war ein tolles Erlebnis.
Am nächsten Tag machten wir Stopp in Akumal, um uns im Centro Ecológico noch einige Infos zu den Schildkörten einzuholen. Wir haben uns dann kurzfristig entschlossen, eine Schnorcheltour ans Riff
mitzumachen. Das hat sich sehr gelohnt, wir sahen einige große Exemplare der grünen Meereschildkröte und der Karettschildkröte – TOLL!

Nach diesem Highlight ging es weiter nach Tulum. Wir verbrachten den Nachmittag am Strand und am nächsten Tag ging es früh morgens zu den Ruinen, welche als eines der wichtigsten Kulturdenkmale Mexicos gelten. Diese Ruinen sind unserer Meinung nach lange nicht so faszinierend wie Palenque oder Chichen Itza, allerdings ist die Lage, direkt am karibischen Meer, einzigartig.

Unser nächstes Ziel war die Laguna Bacalar. Wir hatten hier eine Campingplatzempfehlung von anderen Reisenden und waren schon sehr gespannt. Und da hatten wir ihn gefunden – den perfekten Platz. Unser
Auto stand im Schatten der Palmen und wir lagen in Liegestühlen auf dem Steg über dem Wasser. Diese Lagune wird auch „Laguna de siete colores“ genannt – der Name kommt daher, dass das Wasser 7 verschiedene Blau- und Grüntöne hat. Karibik in Süsswasser… Wir verbrachten die Tage mit Schwimmen, Lesen, faul sein etc. Was für ein toller Platz.

Unser letzter Halt in Mexico war Chetumal. Hier wird nochmals richtig eingekauft, denn Belize soll um ein vielfaches teurer sein, Internet updates gemacht, Kleider gewaschen und alles was an „Arbeit“ bei
Langzeitreisenden so anfällt. Nun freuen wir uns auf unser nächstes Abenteuer.

6 Kommentare zu “Chiapas und Yucatan

  1. Michel & Ursi

    Hallo ihr!

    Ja, die Topes haben uns in Mexico übelst genervt! Lese das zum ersten Mal bei Reisenden, dachte nur wir nerven uns! Bin zwar nur in 6 Monaten 2x über einen geflogen, aber Bremsbeläge musste ich schon wechseln und kenne andere die gegen 100 Topes in Mexico übersahen und gar mit Rahmenbruch endeten! Könnt euch auf Nord Guatemala freuen, da habe ich kaum noch Topes gesehen! Jetzt am Lago Atitlan haben sie wieder angefangen, aber es hält sich noch in Grenzen… hoffe bleibt so!

    P.S. Zipolite ist ein übler Hippie Drogenumschlagplatz! Waren wir auch nur 1h und sind dort geflüchtet. Hat 1-2 Banden die auch dort des öfteren Raubüberfälle machen hat man uns gesagt. Etwas südlich von Huatulco haben wir dafür ein absolutes Traumplätzen gefunden und sind dort 10Tage geblieben! War erst noch der günstigste Camping in ganz Mexico!
    Falls ihr noch länger in Mexico bleibt guckt auf unserer Webpage wegen den Schlafplatzwaypoints! Belize habe ich gestern auch raufgeladen.

    Cheers aus Guatemala
    Michel & Ursi

  2. carina

    Hi Armin and Tanja,
    Wow, totally amazing photos! And of course, we really enjoy the photos of the Montero !
    Is Mexico safe to travel? We hear so much about the violence of the drug gangs .
    Happy travels,
    Carina and Salomien.

    1. arminisking Autor des Beitrags

      Hi Carina and Salomien,

      we are happy that you like our photos! The car is really a good companion. Just today it got a new camping battery.
      We always felt safe here in Mexico. On Baja California and in Chiapas we had several military and police checkpoints but the officials were always respectful and kind. As a tourist you are normally not involved in drug gang violence and people here in Mexico are really kind. We spend 6 weeks here and on Saturday we will cross the boarder to Belize. I hope that we won’t get any bad experiences there and in Guatemala which will follow next.

      Keep in touch, Armin and Tanja

  3. Michael

    Jaja, man bremst nur ungern wenn man erstmal färht 🙂
    Scheint ein wenig wie ein extrem-sleeping-policeman zu sein

    Viel Spass noch weiter,

    Grüsse
    Michael

    1. arminisking Autor des Beitrags

      Die Dinger sind abartig. Ein Kanadier hat uns erzählt, dass einem Bekannten von ihm fast die komplette Wohnkabine vom Wohnmobil davongeflogen ist…

      Grüße, Armin

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