Sardinien im Spätsommer 2018

*Bilder unten*

Zu welcher Jahreszeit sollte man mit dem Camper nach Sardinien reisen? Diese Frage stellten wir uns bereits Ende des letzten Jahres, als es um die Planung des nächsten Sommerurlaubs ging. Wir entschieden uns für die ersten drei Septemberwochen, da hier die Hauptsaison langsam zu Ende geht, die schulpflichtigen Kinder wieder in die Schule müssen und das Wetter noch immer recht beständig ist. Außerdem ist das Meer herrlich warm und die allermeisten Campingplätze haben ihre Preise bereits etwas gesenkt. Hier findet Ihr unsere detaillierte Route mit Camping- und Übernachtungsplätzen:


 Von Livorno ging es mit der Fähre nach Olbia. Wir entschieden uns, mit Grimaldi zu fahren – die ehemaligen Griechenlandfähren hatten für uns günstige Abfahrtszeiten – haben aber schon ziemlich Patina. Freundlich ausgedrückt.

Zunächst führte uns die Route südwärts zum Capo Coda Cavallo und von dort weiter Richtung Süden zum Spiaggia Berchida. Dieser herrliche lange Sandstrand bietet die Möglichkeit, mit dem Camper auch über Nacht stehen zu bleiben. Wir hatten einen schönen Tag am Strand und Abends sollte es ein besonderes kulinarisches Highlight geben: Leckeres Spanferkel im Agriturismo Su Meriacru. Das urige Restaurant ist liebevoll geführt und man isst an langen Tafeln unter einer Pergola im Freien. Das Essen ist liebevoll zubereitet und gibt einen schönen Querschnitt durch die sardische Küche. Ein absolutes Highlight für uns.
Jetzt sollte es etwas aktiver werden: Nach einer Wanderung durch das Bidderosa Naturschutzgebiet besuchten wir die Gola di Gorropu. Allerdings nicht wie die meisten Touristen von Norden her kommend sondern auf einem nur mit 4×4 befahrbaren Weg von Süden. Was für ein herrlicher Tag, wir sind bei der ausgedehnten Wanderung tatsächlich niemandem begegnet. Ein weiteres Highlight, gar nicht weit entfernt, ist die Golgo Hochebene, von wo wir morgens früh um 7 Uhr zur Wanderung an die tolle Bucht Cala Golorize (siehe Beitragsbild) aufgebrochen sind.

Entscheidend ist hier die frühe Uhrzeit, denn die Touristenströme fluten ab 9:30 Uhr die Bucht und es ist vorbei mit der Idylle. Nach einige Tagen an dem tollen Strand der Costa Rei mit viel SUP-Action ging es innerhalb eines spannenden Tages durch das Inland in Richtung Westküste. Die Fahrt ist ein Highlight für sich, besonders wenn man auch einen Abstecher zur Höhle Is Janas (mit leckerem Restaurant) und zur Giara di Gesturi mit ihren Wildpferden unternimmt.

Der Westen fühlt sich etwas rauer an als die lieblichen Buchten der Ostküste, was die Gegend aber nicht minder spektakulär macht. Herausragend ist hier die Gegend um den Strand Is Arutas mit seinem “Reisstrand”. Die feinen weißen Kiesel fühlen sich spannend an und kleben beim Baden auch nicht so sehr am Handtuch. Die Landschaft wird beeindruckender mit jedem Kilometer, den man nach Norden vordringt. Über die ehemals spanische Stadt Alghero (sehenswert!) ging es für uns zügig in die Region nordöstlich von Sassari. Der Retorten-Ferienort Costa Paradiso ist zwar nicht besonders sehenswert, die Landschaft etwas außerhalb hingegen schon. Über schroffe rote Felsen kann man zum beliebten Strand Li Cossi hinabsteigen und wenn man möchte die Wanderung entlang deutlich einsamerer Buchten fortsetzen. Alles in allem ein Vorgeschmack auf das Valle della Luna auf der Halbinsel Capo Testa. Zwischen den grandiosen Granitformationen fühlt man sich winzig klein und findet immer wieder tolle Badebuchten, die man sich mit etwas Kletterei “erarbeiten” muss. Obwohl sehr touristisch, dennoch ein absolutes Highlight. Wer einen Sommer lang aus dem täglich Trott aussteigen möchte, kann sich mit seinem Zelt hier auch gleich dauerhaft niederlassen. Das Valle della Luna war mal ein Hippie-Rückzugsort und zieht auch heute wieder Menschen an, die ein alternatives Lebensmodell ausprobieren möchten.

Für uns ein absolutes Highlight zum Schluss der Reise was die Insel La Maddalena mit seinem an der Nordspitze gelegenen Campingplatz Abbatoggia. Die wohl häufig windgepeitschte Insel zeigte sich recht zahm und wir konnten das SUP noch einmal aufblasen und mit allerlei Meeresbewohnern (unter anderem einem dicken Oktopus) schnorcheln. Ein wunderbarer Ausklang, bevor es nach drei viel zu kurzen Wochen wieder zum Fähranleger nach Olbia und dann mit dem Schiff zurück in den Alltag ging.

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