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Abfahrt! Bevor es losgeht…

Am 6.6.2019 war sowohl für Tanja als auch für mich der letzte Arbeitstag. Wir beide hatten mit unseren Arbeitgebern vereinbart, mehr oder weniger den kompletten 2019er Urlaub direkt vor unserer für Anfang Juli geplanten Abreise zu nehmen. Dadurch ergaben sich gut 3 Wochen im Juni, die wir nutzen konnten, um eine Woche mit Tanjas Familie in Urlaub zu fliegen, die Wohnung aus- und den Camper einzuräumen, letzte Amtsgänge zu erledigen und schlussendlich am 3.7. winkend in die weite Welt aufzubrechen. Soweit der Plan, welcher natürlich exakt so umgesetzt wurde…

Nachdem wir bereits 2014 zu unserer längeren Panamericana-Tour aufgebrochen waren, hatte ich gedacht, dass ich mit Abschieden recht gut umgehen kann. Damals war die Planungsphase sehr viel kürzer und wir mussten keine Wohnung ausräumen, in der wir gemeinsam mehrere Jahre glücklich gelebt hatten. Dies war nun anders: Die letzten fünf gemeinsamen Jahre in Stockach mit Tanja, die herrliche Lage der Stadt als „Tor zum Bodensee“ (Eigenwerbung der Stadt) und ein sehr guter Kontakt zu beiden Familien machte mir dieses Mal den Abschied emotional viel schwerer als gedacht. Außerdem waren die vergangenen gut 5 Jahre Arbeit als Leiter Produktmanagement die wohl intensivsten in meinem beruflichen Leben gewesen, mit vielen Veränderungen und Herausforderungen und einem Team aus Kollegen, das mir wirklich ans Herz gewachsen ist.

Die heiße Phase vor der Reise begann Anfang April diesen Jahres, als der Camper aus seiner vorerst letzten Winterpause geholt wurde. Ich hatte mir bereits über den Winter überlegt, was zu tun ist und mir unter anderem die komplette Neugestaltung der Kabinen-Elektrik auf die Liste geschrieben.

Eine nicht ganz triviale Aufgabe, die zusammen mit diversen anderen Themen an jedem Wochenende im April und Mai erledigt wurde. Dadurch war wenig Zeit für Reiseplanung, Sport oder sonstige Ablenkung. Ab Ende April folgten dann die ersten Abschiedsessen und -Feste mit Kollegen und Freunden, was dann am 1. Juni mit einer großen Abschiedsfeier bei uns in Stockach seinen Höhepunkt fand. Es war wirklich schön, mit allen Freunden und der Familie gemeinsam zu feiern!

Nach einer letzten Arbeitswoche ging es danach ab dem 07.06. zusammen mit Tanjas Familie nach Kreta, wo wir eine Woche lang das volle All-Inclusive Programm genießen und viel Zeit mit Tanjas Nichte und Neffen verbringen konnten. Der Abschied von den Kids ist mir wirklich sehr schwer gefallen – auch etwas, dass ich so bisher nicht kannte.

Nach unserer Rückkehr nach Hause hatten wir zunächst genau eine Woche Zeit, um die Wohnung auszuräumen und die Möbel umzugsfertig abzubauen. Es wurden Kisten gepackt und der Camper, der vor dem Haus geparkt war, direkt eingeräumt. Höhepunkt war dann unser Auszug mit dem wohl effizientesten Umzugsteam, das man sich wünschen kann. Alle Möbel konnten bei meiner Mutter und bei Tanjas Eltern eingelagert werden. Wir waren nun arbeits- und wohnungslos, ein Gefühl von Freiheit aber auch ein etwas bedrohliches Gefühl in Hinblick auf das süddeutsche Sicherheitsbedürfnis.

Zum Schluss wurde noch die Wohnung renoviert und letzte Amtsgänge durchgeführt. Was vor einer Langzeitreise zu beachten ist, könnt Ihr übrigens hier lesen.

Der letzte Akt des Abschieds waren dann die Abschiedsessen mit meiner Mutter und ihrem Partner Bodo und das Abschiedsgrillen mit Tanjas Familie. Es ist eine Binsenweisheit, dass man immer erst merkt, wie sehr einem Menschen fehlen werden, wenn der Moment des Abschieds gekommen ist. So auch dieses Mal.

Jetzt sind wir seit ein paar Tagen unterwegs und es muss sich erst noch eine Reiseroutine entwickeln. Ein Gefühl hat sich aber jetzt schon eingestellt und es ist ein großes: Freiheit!

Euer Armin

Armin hat schon alles gesagt, was uns Beide die letzten Wochen umgetrieben und beschäftigt hat. Auch mir fiel es sehr schwer mich von lieben Kollegen und tollen Freunden zu verabschieden. Da wir solch intensive Wochen mit der Familie verbracht hatten, ist der Abschied noch schwerer gefallen als befürchtet. Ich hatte viel mehr Zeit mit meinem Patenkind und meinen Neffen verbracht wie zuvor und die Kids und wir fanden es super schön. Man muss aber auch sagen, wären wir jetzt nicht auf Weltreise gegangen, hätten wir sicherlich keine so tolle bzw. intensive Zeit zu Hause gehabt. Aber deshalb bin ich nicht wie erwartet himmelhochjauzend weggefahren, sondern ziemlich betrübt. Wir hatten aber das Glück, den ersten Abend mit unseren Reisefreunden von Giraffe13 (www.giraffe13.de) zu verbringen. Steffi und Birgit konnten mich wieder aufheitern – danke euch Zweien! Es geht doch nichts über eine Maß Bier und eine deftige Brotzeit in einem Münchner Biergarten in netter Gesellschaft. Danach ging es weiter zu Andrea & Sepp in Villach. Hier wurden wir mit Kärntner Köstlichkeiten verwöhnt, Erfrischung im Pool inklusive. Vielen lieben Dank für die tolle Gastfreundschaft!

Jetzt sind wir seit 5 Tagen unterwegs und ich habe immer noch das Gefühl einen Urlaub vor mir zu haben. Aber das ist ja auch kein schlechtes Gefühl. An den Campingalltag haben wir uns auch schon super gewöhnt und wir finden auch alle Dinge, die wir vor mehr als 2 Wochen eingeräumt haben. Das ist doch mal eine reife Leistung.

Gerade genießen wir also die Tage in Slowenien und machen nebenher etwas Reiseplanung. Wie die meisten im Vorfeld mitbekommen hatten, können wir an unserer ursprünglichen Route Pireaus – Alexandria nicht festhalten. Es dürfen seit Mitte Mai keine 4×4 Fahrzeuge mehr nach Ägypten einreisen. Über Sinn und Unsinn lässt sich hier streiten, allerdings führt kein Weg daran vorbei, dass ein Alternativplan her muss. Gerade sind wir dran zu prüfen, ob eine Verschiffung von Istanbul nach Port Sudan, über Jeddah / Saudi Arabien, möglich ist. Es ist allerdings schwierig, hier die richtigen Kontakte zu bekommen. Wenn das auch nicht klappt, müssen wir uns alternative Häfen überlegen. Es bleibt also spannend.

Eure Tanja

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4 comments

  1. Toll geschrieben. Ich wünsche euch alles Gute, eine schöne Zeit, spannende Begegnungen. Falls ihr auf dem Rückweg in 2 Jahren im Schwarzwald vorbeikommt könnt ihr euch in meinem Pool erfrischen und ä kalts Bier gibts au 😉 Ihr macht das richtig!

    1. Danke Simone, wir kommen gerne auf Dein Angebot zurück :-). Grüße Tanja und Armin

  2. Ich wünsche euch beiden viele tolle Erlebnisse, vielleicht begegnen wir uns einmal, irgendwo in der Welt. Lasst es euch sehr gut gehen und fahrt nicht schneller wie euer Schutzengel fliegen kann, alles Liebe Inge

  3. Ich wünsche euch alles Gute! Wir liebäugeln auch mit einer Fahrt durch Afrika und werden eure Erlebnisse mit großem Interesse verfolgen.

    Hoffentlich könnt ihr bald vom Urlaubsmodus in den Reisemodus umschalten. Bei uns hat es ein paar Wochen gedauert und eine Grippe gebraucht, bis wir umschalten konnten.

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