AfrikaKeniaReisenWorldtrip 2019 / 2020

Kenia: Zwischen Rift Valley und dem Indischen Ozean

Kenia Naivasha

Als wir in den vergangenen Jahren unsere Reise planten, war uns bereits klar, dass der Grenzübertritt nach Kenia etwas ganz besonderes sein wird. Spätestens hier wären wir angekommen im „richtigen“ Afrika, mit seinen wilden Tieren, dem Dschungel und der Südseite des Äquators. Und was soll ich sagen? Es hat sich genau so angefühlt. Ägypten und Sudan sind Länder der Sahararegion, dominiert von der weltgrößten Trockenwüste, am Leben gehalten vom Nil. Äthiopien ist grün und hochgelegen mit einem ganz eigenen Menschenschlag und einer häufig latent vorhandenen Aggressivität, die wir nie richtig greifen konnten, die uns aber leider häufig das Gefühl gegeben hat, nicht willkommen zu sein.

Und jetzt Kenia. Wir haben Januar und eigentlich ist jetzt Trockenzeit, denn die kleine Regenzeit sollte bereits vorbei sein. Hier ist alles saftig grün und es regnet auch noch immer kräftig, was manchmal schon des Guten zu viel ist. Es fühlt sich an, wie die Rückkehr zur „Zivilisation“: Es gibt wieder regen privaten Autoverkehr und die Supermärkte sind bestens bestückt. Die Menschen sind höflich und man kommt ins Gespräch. Übernachtet wird auf herrlichen Campgrounds und in Nairobi und Umgebung hat man das Gefühl, dass die große weiße Expat-Community und die Locals gut miteinander klar kommen. Gerade sitzen wir am Lake Naivasha, bunt gemischte Gruppen grillen miteinander und wir fühlen uns wohl. Wahrscheinlich habe ich gerade eine rosarote Brille auf und ich hoffe ihr entschuldigt das. Ach ja: Es ist ungefähr doppelt so teuer hier wie in den Ländern zuvor aber es könnte mir nichts egaler sein ;-).

P.S. Jetzt sind wir in Uganda angekommen und die rosarote Brille haben wir abgenommen. Dennoch bleibt ein sehr positives Bild von Kenia. Wir haben ein freundliches Land bereist, welches sich auch bestens für einen 2-3 wöchigen Urlaub eignen würde.

Route

Da unserem Auto immer noch ein Ersatzteil fehlte und wir auch täglich Kühlwasserverlust zu verzeichnen hatten, fuhren wir nach einer kurzen Pause in Marsarbit und ein paar kühlen Tagen am Fuße des Mount Kenias direkt nach Nairobi. Von hier machten wir einen Abstecher an den Lake Naivasha, um dann wieder in Nairobi unser Ersatzteil, welches uns die sehr nette Heidrun aus Deutschland mitbrachte, in Empfang zu nehmen. Mit einer Zwischenübernachtung kamen wir am Indischen Ozean, oberhalb von Malindi an. Nach erholsamen Tagen im Barefoot Beach Camp und in der herzliche geführten Edelweiß Lodge gemeinsam mit Alice und Pierre führte uns der Weg in den Tsavo West Nationalpark, um unseren ersten „richtigen“ Nationalpark zu besuchen. Wieder über Nairobi (es gab ein schönes Wiedersehen mit Jutta, Markus, Emma und Eddi) ging die Reise weiter zum Lake Baringo und über die Marathonstädte Iten und Eldoret zur Grenze nach Uganda.

Insgesamt sind wir 3091 km gefahren.

Overlanding in Kenia

Wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist, lernt man schnell die Unterschiede zwischen den Ländern auch anhand des Straßenverkehrs kennen. In Kenia hatten wir jetzt zum ersten mal Linksverkehr und bis auf eine Ausnahme (Ruanda) wird uns dieser auch bis in den tiefen Süden verfolgen. Wichtig ist also eine gute Abstimmung zwischen Fahrer und Beifahrer, vor allem beim Überholen: Der Beifahrer muss einschätzen, ob der Überholweg ausreicht und dies dem Fahrer mitteilen (am besten in klaren Worten). Der Fahrer muss Vertrauen haben. Zum Straßenverkehr in Kenia könnt Ihr unten (Straßenverkehr in Kenia) noch etwas mehr lesen.

Was uns auch gleich in Kenia aufgefallen ist, wenn man aus dem Norden kommt: Es gibt tolle Campsites! Wir sind ausnahmslos schön gestanden und haben uns auf den Stellplätzen immer wohl gefühlt. Fast immer waren wir in mitten herrlicher Natur und die Duschen waren sogar teils warm 🙂 .

Dazu kam, dass wir viele nette Leute unterwegs getroffen haben. Mit Alice und Pierre aus der Schweiz haben wir einige schöne Tage am Meer verbracht und es gab endlich ein Wiedersehen mit Jutta und Markus aus Köln, sowie Emma und Eddi aus England. Saartje und Tim aus Belgien suchen in der Welt nach einem schönen Ort, um ein kleines Hotel zu eröffnen. Dazu bereisen sie aktuell Afrika mit Pickup und Dachzelt. Wir hatten einige wirklich schöne Abende zusammen.

Ein paar kleine Schmerzpunkte gab es natürlich aber auch: Die Lebenshaltung in Kenia (Essen, Tanken, Schlafen) ist erheblich teurer als im Norden und wir hatten Schwierigkeiten, innerhalb unseres Budgets zu bleiben. Und Ärger gab es noch am letzten Tag auf dem Weg nach Uganda: Auf der Strecke zwischen Eldoret und Malaba / Busia mussten wir auf ca. 180 km mindestens 25 Polizei-Checkpoints passieren, an denen wir mindestens 8 mal angehalten wurden! Es waren ausnahmslos korrupte Polizisten, die mit Phantasie-Verstößen oder ganz offener Frage nach Cash versuchten, an unser Geld zu kommen. Sehr schade, denn das waren wir aus den anderen Teilen Kenias nicht gewohnt! Wahrscheinlich fährt man am besten ganz früh morgens hier lang, da schlafen die trägen und teilweise wirklich aggressiven Bullen vermutlich noch.

Sehenswertes & Sehenswürdigkeiten

Mount Kenya

Mount Kenya ist Afrikas zweithöchstes Gebirge, nach dem Kilimandscharo in Tansania. Wir sind an der Westseite des Berges entlanggefahren und haben das eine oder andere Mal einen Blick auf den Gipfel erhaschen können. Wie auch beim Kili gilt: Jede Fotogelegenheit nutzen.

Entlang des Weges lohnt sich ein Stop an der Kisima Farm (siehe Route) und dem dazugehörigen Restaurant. Tolles Essen zu fairen Preisen und auch eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Parkplatz. Wir haben ein paar Tage im Süden des Mount Kenya auf dem Gelände der Castle Forest Lodge verbracht (siehe Übernachtungsplätze). Man kann dort einige Wanderungen mit Guide unternehmen, unter anderem in einen Bambuswald und zu beeindruckenden Wasserfällen.

Rift Valley

Lake Naivasha und Umgebung

Die Sanctuary Farm am Lake Naivasha ist jedem zu empfehlen, der für günstiges Geld inmitten von Tieren übernachten möchte oder sich auf eigene Faust auf Walking Safari begeben möchte. Man sitzt im Campingstuhl und beobachtet, wie die Zebras und die Gnus durch den Campingplatz streifen, wie die Giraffe den Hals streckt um am Baum nebenan zu fressen und die Wildebeests in Gruppen vorbei laufen. Und bei den Spaziergängen auf der Farm hatten wir dann noch Blickkontakt mit Hyänen, was sich ziemlich aufregend anfühlt. Am Ufer des Lake Naivasha kann man abends den Nilpferden beim Fressen zu schauen, aber bitte immer mit Sicherheitsabstand.

Als wir im Januar den Lake Naivasha besuchten, sollte eigentlich Trockenzeit herrschen. Leider war dies nicht der Fall und es regnete immer wieder heftig. Bei Ankunft am Carnelly‘s Camp mussten wir uns bei einem starken Unwetter mit Starkregen, Sturm und Gewitter einen Platz auf der von alten und hohen Bäumen bewachsenen Campingwiese aussuchen. Beim Ausharren in der Kabine hörten wir plötzlich ein langgezogenes Donnern und Grollen. Zu lange andauernd für einen Blitz. Als wir voller Panik aus dem Wagen schauten, sahen wir, dass nur ca. 10 Meter hinter uns ein Baumriese umgestürzt war und den Zufahrtsweg und einen überdachten Unterstand unter sich begraben hatte. Am anderen Ende der Wiese war ein noch größerer Baum umgestürzt, mindestens 25 Meter hoch. Der Besitzer meinte nur: „To which god are you praying? – you were lucky!“. Die aktuelle Feuchtigkeit macht den Menschen hier zu schaffen. Der Boden ist vollgesogen und weich, die Bäume schwer. Bei Wind aus der falschen Richtung stürzen sie mit samt ihrer Wurzel einfach um. Eine gruselige Erfahrung!

Longonot Nationalpark

Beim Mount Longonot handelt es sich um einen schlafenden Vulkan inmitten des Rift Valleys. Nachdem die Schranke beim Nationalparkeingang durchquert ist, geht es zuerst 3 Kilometer teils steil bergauf und auf immer wieder rutschigen Lavastein-Passagen bis zum Kraterrand. Man versüsst sich den Aufstieg aber bereits durch herrliche Ausblicke in die weite grüne Ebene und den Lake Naivasha. Oben angekommen sieht man in den dicht bewaldeten Krater. Tiere konnten wir keine sehen, aber trotzdem hatte es etwas von Jurassic Park. Nun kann der Krater mit 2 km Durchmesser umwandert werden. Es geht stetig bergauf und bergab und die 7,6 Kilometer am Kraterrand entlang sind ziemlich kraftraubend, aber die Ausblicke ins Tal oder in den Krater sind spektakulär. Auf 2.777 m hat man den höchsten Punkt erreicht. Wir haben 4,5 Stunden für die Wanderung benötigt, es können aber schnell auch mal 5 – 6 Stunden werden, je nach Kondition und Pausen.

Wir können diese Wanderung zu 100 % empfehlen. Sie gehört zu einer der schönsten Wanderungen die wir bisher gemacht haben.

Der Eintrittspreis in den Nationalpark beträgt 2.700 KES (€ 23,90) pro Erwachsener.

Lake Baringo und Rift Valley

Der Lake Baringo liegt im östlichen Teil des Rift Valley. Er ist ein Süßwassersee auf ungefähr 1000 Meter Höhe, dessen Wasserspiegel starken Schwankungen unterworfen ist. Seit ca. 2013 ist der Pegel kontinuierlich gestiegen, was man an den vielen toten Bäumen sieht, die ca. 100 Meter vom Ufer entfernt im See stehen. Gerade bei Sonnenaufgang erzeugen sie eine fast unheimliche Atmosphäre. Vielen Camps und Lodges am See ist der steigende Pegel zum Verhängnis geworden und auch das von uns besuchte Robert‘s Camp hat einige Bandas, wie die kleinen Hütten hier heißen, an die Fluten verloren. Der See ist ein Paradies für Vogelbeobachter und vom Camp aus kann man Hippos und Krokodile sehen. Ein Highlight ist eine Bootsfahrt zum Sonnenaufgang, bei der man Hippos, Krokodile und die Seeadler aus nächster Nähe beobachten kann.

Die Bootsfahrt kostet 3.000 KES (€ 26,80) pro Boot. Je mehr Teilnehmer, desto günstiger wird es.

Von Baringo aus fuhren wir die wunderschöne Bergstraße C51, welche uns durch das Kerio Valley nach Iten brachte. Ein Kaffee im Kerio View Hotel ist Pflicht, da die Aussicht spektakulär ist. Iten ist die “Welthauptstadt” der Langstreckenläufer, die auf einer Höhe von 2.400 m ein hartes Training absolvieren. Bei dem Regen waren die Läufer aber nur am Essenstisch zu sehen und nicht auf der Strecke.

 

Indischer Ozean nördlich von Mombasa

Wir hatten uns entschieden, die Küste nördlich von Mombasa zu besuchen. Unser erster Stopp war das Barefoot Beach Camp, nördlich von Malindi. Hier sind wir in einem kleinen Paradies gelandet, an einem fast menschenleeren Strand. Morgens konnten wir die Fischer beobachten, abends kletterten wir auf eine Sanddüne und genossen den romantischen Sonnenuntergang. Durch den vielen Regen war das Meer ziemlich wild und wir badeten nur gelegentlich, aber die Spaziergänge am langen, breiten Sandstrand waren fantastisch. Und toll war, dass unsere Reisefreunde Alice und Pierre zu uns gestoßen sind und wir 4 lustige, spannende und feucht fröhliche Tage verbracht haben. Danke euch Zwei – wir hatten eine tolle Zeit!

Tsavo West Nationalpark

Der westliche und östliche Teil des Tsavo Nationalparks werden durch den Nairobi – Mombasa Highway getrennt. Zusammen bilden sie von der Fläche her ein riesiges geschütztes Naturreservat. Der Tsavo East punktet in der Trockenzeit besonders mit spannenden Tiersichtungen und ist touristisch etwas weniger erschlossen. Der westliche Teil ist landschaftlich extrem reizvoll, da er Steppenlandschaft an der Grenze zu Tansania zu bieten hat, aber eben auch in einer Vulkanlandschaft liegt, die mit ihren Hügeln und Kratern einen ganz besonderen Charme hat. Wir hatten uns deshalb entschieden, den Tsavo West zu besuchen und von Mombasa her kommend durch das Tsavo Gate einzufahren. Da es viel geregnet hatte, erkundigten wir uns nach dem Straßenzustand. „Everything ok, just stick to the main tracks“ war die Antwort. Also los. Bereits nach einigen Kilometern auf der roten Lehmstraße zur „Developed Zone“ dann das erste Highlight: Rechts von uns sehen wir eine Bewegung und wir sind im Glück! Einige der „roten“ Elefanten sind im Buschwerk zu sehen und wir können sie in Ruhe beobachten. Erst als ein halbwüchsiger Bulle seine Ohren spreizt und trötet, fahren wir mit ordentlich Adrenalin im Blut weiter. Die rote Färbung der Elefanten kommt von der roten Erde in diesem Teil des Parks, mit der sich die Tiere vor Sonne und Parasiten schützen. Immer wieder sehen wir die Dickhäuter im Gebüsch und manchmal müssen wir zweimal schauen, um sie von den ebenso rostbraunen Termitenhügeln zu unterschieden.

Einige Kilometer weiter dann eine weitere interessante Begegnung. Ein Safari-Landcruiser aus einer deutschen Lodge hat sich mit einer Ladung Touristen aus Deutschland und der Schweiz im tiefen Straßengraben festgefahren. Wir versuchen mit der Winde zu helfen, ziehen aber nur unser eigenes Fahrzeug mit blockierten Rädern über den rutschigen Boden, ohne dass sich der schwere Cruiser großartig bewegt. Hinter uns hat sich bereits ein Stau aus ca. 10 Safarifahrzeugen gebildet und ein weiterer Landcruiser zieht dann mit viel Materialverschleiß den gestrandeten Wagen aus dem Dreck. Es riecht nach Gummi und Kupplung, danach kann es im tiefen Matsch mit reduziertem Reifendruck weitergehen. Die Reisegruppe kann jetzt zuhause wenigstens etwas erzählen, auch wenn der Ausritt wohl vor allem dem Übermut oder der Unerfahrenheit des Fahrers geschuldet war.

Zunächst fahren wir in wilder Kolonne mit den Safari-Autos, diese verabschieden sich dann aber nach und nach zu ihren Lodges, wo vermutlich schon das wohlverdiente Lunch wartet. Für uns geht es durch herrliche Natur zu den „Mzima Springs“, einer Quelle die ganzjährig Wasser führt. Hier machen wir einen Spaziergang auf dem schön angelegten Rundweg und erfahren erst später, dass es dafür eigentlich einen bewaffneten Ranger braucht. Da wir aber noch immer nicht mit dem komischen Linksverkehr klar kommen, laufen wir zum Ausgang rein und die Runde einfach andersherum 🙂 . Ich glaube allerdings, dass schon lange kein Ranger mehr ein Krokodil erschießen musste, das im Begriff war, einen Touristen zu verspeisen.

Ein paar Kilometer weiter bietet der „Poacher‘s Lookout“ einen tollen Blick über die Savanne, die sich in Richtung Tansania erstreckt. Wenn das Wetter passt, kann man hier auch direkt auf den mächtigen Kilimanjaro blicken. Dieses Glück blieb uns aber leider verwehrt. Dennoch ist dies ein toller Ort voller Ruhe und Weite.

Tagesziel war unsere Chyulu Public Campsite, die wir bereits am Gate gebucht hatten. Der Weg dorthin war eine schöne Pirschfahrt durch einen saftig grünen Vulkan-Park, auf der wir Giraffen und allerlei Antilopen (darunter die putzigen Dik-Diks) sehen konnten. Das einfache aber gepflegte Camp ist nicht eingezäunt und wir waren die einzigen menschlichen Gäste. Gegen einen kleinen Betrag wurde uns Feuerholz gebracht und wir verbrachten einen schönen aber auch aufregenden Abend am Feuer, bis uns der Regen ins Auto scheuchte. Der nächste Morgen war wieder klar und nach einem schönen Frühstück in der Natur ging es in Richtung „Shetani Lava Flow“, einem langen Lavafeld, durch welches der Track direkt hindurch führt und weiter zum Chyulu Gate, an dem wir den Park verlassen wollten. Aber was war das? Direkt vor uns ist ein großes Massiv zu sehen mit schneebedecktem Gipfel. Der Kilimanjaro macht uns ein Geschenk und zeigt sich fast eine halbe Stunde lang, bevor er sich wieder in Wolken hüllt. Wir sind im Glück. Auch wenn wir, wie zu dieser Jahreszeit erwartet, keine großen Raubtiere sehen konnten, hat uns der Besuch im Tsavo West total begeistert. So viel pralle Natur und tolle Landschaft kann einem nur den Atem rauben.

Der Eintritt in den Park kostet für 24 Stunden 50 US-Dollar pro Person, 20 US-Dollar pro Person für das Camping auf der Chyulu Public Campsite und 3 US-Dollar für das Auto. Bezahlt wird mit Kreditkarte am Gate.

Um den Verkehr auf dem Mombasa Highway zu vermeiden, wählten wir eine südlichere Route nach Nairobi (siehe Route). Diese ist prinzipiell gut ausgebaut, allerdings ist der erste Teil (C103) eine Piste mit zum Teil üblem Wellblech und lehmigen Passagen, auf denen sich die Matatus und PKW beim aktuell feuchten Wetter immer wieder fest fuhren. Mit Allrad ging es aber gut. Die C102 ist dann schöner China-Asphalt und das bleibt dann auch so bis Nairobi.

Essen & Trinken

Nach den spärlich bestückten Supermärkten in den vorherig bereisten Ländern, quellen uns die Augen bei dieser Lebensmittel-Auswahl fast über. Ja, es gibt wieder Käse, Schinken, Pesto, Butter, ich kann mich beim Einkaufen kaum bremsen. Tatsächlich bremst uns eher der Preis, denn dieser liegt bei lokalen Produkten auf europäischem Niveau und bei importierten Produkten um ein vielfaches darüber.

Leckere Biersorten

Tusker Lager – der Standard

Tusker Malt

Pilsner Lager (ein Widerspruch in sich)

White Cap (bei vielen Reisenden der Favorit)

Unsere schönsten Übernachtungsplätze

Forest Castle Lodge

Die Forest Castle Loge liegt am Rande des Mount Kenias auf 2.100 Meter. Der Stellplatz ist auf einer Wiese, umgeben von dichtem Dschungel. Die Sanitäranlagen sind sauber und es gibt heiße Duschen. Während des Frühstücks kommen die Pferde der Lodge gerne vorbei und schauen, ob etwas für sie abfällt. Wir fanden die Ruhe und die frische Luft herrlich.

Pro Person zahlten wir 800 KES (€ 7,00).

Jungle Junction in Nairobi

Dieses Gelände befindet sich südlich von Nairobi. Man campt auf einer Wiese, hat gemütliche Räume um sich bei Regen aufzuhalten und Chris hat eine Werkstatt und hilft bei Autoproblemen weiter. Supermärkte und Kaffee‘s befinden sich in Laufnähe. Ein schöner Platz in der Großstadt Nairobi. Der Preis pro Person liegt bei 850 KES (€ 7,44). In Nairobi macht es Spass, das Giraffe Center zu besuchen.

Außerdem bietet die JJ super leckeres Abendessen an. Das 3-Gänge Dinner liegt bei 850 KES und ist sehr zu empfehlen.

Sanctuary Farm am Lake Naivasha

Diese Farm liegt direkt am Lake Naivasha. Hier campt man zwischen Giraffen, Gnus, Zebras, Hyhänen und Wildebeests. Die Sanitäranlagen sind einfach, aber es gab immer warmes Wasser.

Preis pro Person sind 1.000 KES (€ 8,90) und zusätzlich wird eine Conversation fee von 500 KES (€ 4,45) fällig, welche aber für 7 Tage gültig ist.

Barefoot Beach Camp

Das Barefoot Beach Camp befindet sich einige Kilometer nördlich von Malindi, direkt am Meer. Man parkt den Camper hinter einer kleinen Sanddüne mit Blick aufs Meer. Direkt vor dem Stellplatz haben wir unsere eigene kleine „Terrasse“ unter Bäumen und der erfrischende Wind bläst uns um die Nase. Dieser hält zum Glück auch die Moskitos fern. Im Restaurant kann man super lecker Essen und Selma und Eddi sind sehr nette Gastgeber.

Pro Person zahlten wir 800 KES (€ 7,00).

Edelweiß Loge

Ein Traum eines jeden Overlanders! Das wunderschöne Gelände befindet sich in einem kleinen Ort 35 km nördlich von Mombasa. Man steht unter großen Bäumen im Schatten, kann zur zusätzlichen Abkühlung in den super sauberen Pool springen und man hat richtige Waschmaschinen, die heiß Waschen. Ich hätte nie gedacht, dass der Gedanke an eine funktionierende Waschmaschine jemals solche Glücksgefühle in mir auslösen würde. Heddi und Uli sind fantastisch!

Robert‘s Camp Lake Baringo

Schön am Lake Baringo im östlichen Rift Valley gelegen, bietet dieser Campingplatz ein nettes Restaurant mit herrlichem Blick und einfachen Speisen zum günstigen Preis. Die Duschen (kalt) und die WCs sind sauber und man steht schattig unter Bäumen. Nach dem Trubel in Nairobi ein schönes Plätzchen, um sich zu erholen. Der Campingplatz ist auch Ausgangspunkt zu einer Bootsfahrt auf dem See, bei der man Hippos, Krokodilen und Seeadlern ganz nah kommen kann.

Grenzübertritt

Visum

Ein Visa kann direkt an der Grenze gekauft werden. Wir kauften das East Africa Visa (EAV) für 100 USD mit einer Gültigkeit von 90 Tagen. Mit diesem Visum kann man sich 3 Monate in Kenia, Uganda und Ruanda Aufhalten.

Einreise

Die Einreise an der Moyale Grenze war komplett „grenzhelferfrei“, was sehr angenehm ist. Die Immigration, einschließlich Visa dauerte ca. 30 Minuten.

Etwas umfangreicher ist mittlerweile die Einfuhr des Autos und ein Carnet de Passage ist Pflicht.

Zusätzlich muss noch ein „Temporary Importation of Private Motor Vehicles and Foreign Vehicle Permit“ abgeschlossen werden. Dazu muß man mit dem bereits gestempelt Carnet in ein Cyberkaffee 100 m vom Grenzposten entfernt gehen. Dann wird ein eCitizen Konto für den Fahrzeughalter angelegt (8 USD) und man muß bei der nebenan gelegenen Bank für dieses Permit bezahlen. In unserem Fall waren dies 41 USD, Auto größer als 2.000 ccm. Das umständliche ist aber, dass diese Genehmigung nur 30 Tage gültig ist. Verlängert werden kann diese aber nur, in dem man zwar online für den nächsten Monat wieder 41 USD zahlt, aber trotzdem bei der Kenya Revenue Authority (KRA) in Nairobi, persönlich erscheinen muss, um die Daten in deren System anzupassen. Die Möglichkeit gleich an der Grenze ein Permit für mehr als 4 Wochen zu bekommen ist nicht möglich. Mit der Quittung der Bank geht man dann wieder zurück zum Customs und 5 Minuten später kann man die Grenze Moyale verlassen.

Ausreise

Wir entschieden uns an der Grenze „Busia“ das Land in Richtung Uganda zu verlassen. Hier ist einiges los, allerdings bleiben einem die LKW-Schlangen der nördlich gelegenen Grenze „Malaba“ erspart. Wir sind durchgefahren bis zum Parkplatz des „one stop border posts“ auf ugandischer Seite. Danach geht man zurück auf die kenianische Seite, um dort beim Zoll das Carnet ausstempeln zu lassen. Alles reibungslos und es wurde mit keinem Wort das „Vehicle Permit“ angesprochen, welches wir in Moyale kaufen mussten und nun um zwei Tage überzogen hatten. An der Busia Grenze scheint dieses Permit generell noch nicht eingeführt worden zu sein, wie andere Reisende bestätigten (Stand Feb. 2020).

Auf ugandischer Seite kann man dann an der „one stop immigration“ den Pass für Kenia ausstempeln und für Uganda einstempeln lassen. Wenn man so wie wir ein East Africa Tourist Visum hat, ist dieser Prozess nach wenigen Minuten abgeschlossen. Ein Gebäude weiter wartet im Untergeschoss der ugandische Zoll. Hier wird das Carnet gestempelt und man muss dann eine Etage weiter oben ein Formular für die Road Tax holen. Früher war diese wohl davon abhängig, welche Route man in Uganda fahren will. Wir hatten uns darauf geeinigt, gegenüber dem Zoll nur zu erwähnen, dass wir nach Jinja zum Raftig fahren wollen.

Diese Absprache war aber gar nicht nötig. Es wurde ein Formular gedruckt, laut dem wir ca. 75.000 UGX (18,50 €) bezahlen müssen, ohne Angabe einer Route. Diese Summe wurde in der Bank im Erdgeschoss bezahlt und mit dem von der Bank gestempelten Road-Tax Dokument konnten wir beim Zoll den Einreiseprozess abschließen. Das Auto wollte niemand sehen und wir konnten nach Uganda einreisen.

SIM Karte – Datenvolumen

Gleich in Moyale haben wir uns eine SIM Karte mit 15GB + 6 GB geschenkt, Datenvolumen gekauft (3.000 KES – € 27). Der Netzbetreiber ist Safaricom. Gültigkeit 1 Monat.

Bargeld / Kreditkartennutzung

Geldautomaten sind in den Städten überall zu finden.

Straßenverkehr in Kenia

Die Hauptrouten und auch viele Nebenstraßen sind zwischenzeitlich geteert und man kommt recht gut voran. Der gefürchtete „Mombasa-Highway“ ist zwischenzeitlich gut geflickt und die Asphaltqualität recht gut. Auf der West – Ost – Route von der Grenze nach Uganda bis nach Mombasa gibt es aber sehr dichten LKW-Verkehr, der wirklich nerven kann. Überholt wird recht wild und das Beachten der durchgezogenen Linie wird von der Polizei kontrolliert. Mit unangenehmer Ausnahme der Route zwischen Eldoret und Malaba / Busia waren die Kontakte mit der Polizei oder dem Militär immer reibungslos und anständig.

Wenn man in der regnerischen Trockenzeit 😉 (so wie wir) unterwegs ist, sollte man sich über den Zustand der ungeteerten Nebenstraßen informieren, um nicht im Schlamm oder im Wasser stecken zu bleiben.

Tanken in Kenia

Ohne Probleme findet man überall Tankstellen. Der Preis für den Diesel beträgt jetzt allerdings wieder ca. € 0,95 pro Liter.

Reiseführer & Papierkarte

Papierkarte

Die Landkarte aus dem Reiseknowhow-Verlag diente wieder als Back-up und für die grobe Routenplanung.


 

Reiseführer

Es gibt derzeitig keinen aktuellen Reiseführer für Kenia. Wir entschieden uns dann für den Rough Guide, aufgelegt in 2017. Wir fanden den Reiseführer sehr übersichtlich, einfach in der Handhabung und waren sehr zufrieden. Erfreulicherweise sind die sind die Eintrittspreise der Nationalparks im Vergleich zu 2017 gesunken.


 

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6 comments

  1. Es ist immer wieder toll, Eure Berichte zu lesen und die Bilder zu betrachten, es treibt mir danach aber immer wieder das Fernweh in den Sinn. Weiter so

    Jan

    1. Danke Jan, das Fernweh treibt uns auch jeden Tag an :-). Viele Grüße, Tanja und Armin

  2. Hach, da kommen Erinnerungen auf. Roberts am Laken Baringo war eines meiner Lieblingscamps auf der Reise.
    Toll geschrieben und schöne Bilder. Danke!

    1. Vielen Dank, Dag! Lake Baringo war wirklich schön. Allerdings kämpfen die Menschen dort mittlerweile sehr mit dem steigenden Wasserstand. Viele Grüße, Armin und Tanja

  3. Toller Bericht. Für mich wie eine Auffrischung meiner Erinnerungen, da ihr im groben die selbe Route bereist, allerdings teils intensiver als es mir mit dem Motorrad möglich war, da ich damit (Ausnahme Uganda) nicht durch die Nationalparks fahren durfte. Dafür hatte ich kein einziges mal Probleme mit der Polizei.
    Genießt Uganda vor allem der Norden mit Kidepo und Murchison NP ist klasse!
    Grüße aus Peru
    Armin

    1. Hallo Armin, danke für Deinen Kommentar. Für uns ist das Schreiben der Berichte auch immer ein Wiedererleben der Abenteuer, die wir in einem Land erlebt haben. Viele Grüße, Armin und Tanja

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