AfrikaNamibiaReisenWorldtrip 2019 - 2021

Namibias Südosten – Die grüne Kalahari

Nashorn Kalahari

Am Orange River sind wir fast 3 Wochen geblieben. Noch nie zuvor waren wir so lange an einem Ort. Das Amanzi Trail Camp war einfach der ideale Platz, um uns zu sortieren und weitere Pläne zu schmieden. Auch machte uns an machen Tagen die „Unplanbarkeit“ in der jetzigen Situation zu schaffen und wir haben den Frust mit Paddeln auf dem Fluss und Yoga bekämpft. Aber der Hauptgrund war sicherlich, dass wir uns hier super wohl fühlten und die gemeinsame Zeit mit den Besitzern Colleen und Johan sehr genossen.

Nach 20 Tagen packten wir dann aber tatsächlich alles zusammen, und fuhren Richtung Norden. Durch die schweren Regenfälle können wir einige Ziele nicht anfahren und die Runde durch die Kalahari fällt etwas kleiner aus als geplant. Viele Camps sind immer noch nicht erreichbar und kleine Straßen nicht befahrbar. Namibia hat eine ungewohnt heftige Regenzeit und somit sind bereits Mitte Januar alle Staudämme übervoll.

Route – Teil 5

Wir fahren von Noordoewer auf der Hauptstraße immer nördlich bis nach Keetmanshoop. Erst 180 km weiter biegen wir mal wieder auf eine Dirt Road ab, um in der Nähe von Gochas ins Red Dune Camp zu fahren. Danach fahren wir in einer Schleife durch die Kalahari bis Mariental und verbringen danach noch einige Tage am Oanob Stausee, bevor es für uns zurück nach Windhuk geht. Von dort rollen wir nach Süden zur Grenze nach Südafrika.

Insgesamt sind wir 2126 km gefahren.

Sehenswertes & Sehenswürdigkeiten, Erlebnisse und Begegnungen

Kalahari

Die Kalahari-Region erstreckt sich über Namibia, Botswana und Südafrika und umfasst 2,5 Mio. Quadratmeter. Normalerweise zeigt sich die Dornstrauch- bzw. Trockensavanne vor allem in Braun- und Rottönen. Durch den vielen Regen leuchtet die Savanne nun herrlich grün. Immer wieder bedeckt von einem gelben Teppich aus Wildblumen. Und dazwischen scheint der Sand rotorange. Wir können uns gar nicht sattsehen und verweilen auch mehr als eine Woche in der Region.

Oanob Stausee

Man badet in Namibia kaum, denn das Meer ist zu kalt, Seen kaum vorhanden und Flüsse würde man sich mit Krokodilen oder Nilpferden teilen, was nicht unbedingt gesund ist. Deshalb kann man sich hier einen tollen Campingplatz direkt am Wasser mieten und sich zwischendrin wunderbar abkühlen. Auch die Sonnenuntergänge schaffen es in unsere Top 10. Da dieser Ort aber auch ein beliebter Ort der Hauptstädter ist, sollte man zumindest an den Wochenenden nicht zu weit Weg vom Ufer schwimmen, denn dort heizen sie mit ihren 400 PS Booten über den nur 5 km langen See. Wir finden es sehr schön, Leben um uns zu haben. An unserem letzten Abend besuchen uns Maike und Steffen. Wir haben die Beiden das erste mal im Amanzi Camp am Oranje River getroffen und es ist schön, sie wiederzusehen.

Windhuk – Wie geht unsere Reise weiter?

In Windhuk mieten wir uns wieder im netten Urban Camp ein. Der Campingplatz ist schön und die Bar und das Restaurant sind immer gut besucht und die Atmosphäre gefällt uns.

Wir treffen hier auch wieder andere Reisende. Josef aus Bayern, Jeanette aus Überlingen und wir sehen zum dritten Mal Maike und Steffen. Wir verbringen schöne Tage miteinander und ein Wiedersehen in Südafrika ist gewiss. Ganz besonders hat uns auch gefreut, Ingrid & Ruedi aus der Schweiz zu treffen. Wir tauschen Tipps aus und verbringen schöne, gesellige Stunden miteinander. Gute Fahrt euch!

Bei Stefan im Süden Windhuks machen wir wieder unseren Service am Auto, diesmal mit Nachstellen des hinteren Differentials (https://www.smiling-africansun.com/). Afrika fordert die Technik deutlich mehr als die Asphaltstraßen Europas.

Nun muss sich entscheiden, wohin uns unser Weg führen soll. Zur Option stehen Sambia, was wir aber schon besucht haben und wir möchten neue Wege gehen. Dann ist eine Weiterreise nach Botswana möglich, aber durch die heftigen Regenfälle, könnten wir viele Nationalparks nicht, bzw. nur unter erschwerten Bedingungen bereisen. Das Okavango Delta gilt momentan auf Grund der Überschwemmungen als größter Binnensee Afrikas. Und dann ist da noch Südafrika, wo wir eigentlich hin möchten. Die Landesgrenzen Südafrikas wurden am 15. Januar bis zum 15. Februar für Touristen komplett geschlossen. Zu chaotisch war die Situation an den Grenzen während der Sommerferien. Nun soll ein neues Konzept etabliert werden, um den Grenzübertritt unter festgelegten (Hygiene-) Bestimmungen möglich zu machen. Bis heute, den 12. Februar wurde aber immer noch nicht berichtet, ob die Grenzen tatsächlich aufgehen werden. Wir müssen uns aber jetzt entscheiden, da unser Visum Ende des Monats ausläuft. Und da kommt unser Joker, wir erhalten ein „Special Permit“ von Home Affairs in Südafrika, dass wir die Grenze passieren dürfen. Wir freuen uns sehr darüber. Wieder einmal hat es sich gelohnt, nicht aufzugeben und Wege zu suchen. Und wenn man dann noch erreicht, was man möchte, ist das doppelt schön.

Am Samstag, den 13. Februar kommt dann die Nachricht, dass die Grenzen nun tatsächlich wieder allgemein geöffnet werden. Wir sind im Glück. Gleich am Montag gehen wir zu PathCare und machen einen PCR-Test.

Unsere schönsten Übernachtungplätze

Red Dune Camp

Durch das Öffnen des Hardap Staudammes war es die letzten 2 Wochen nicht möglich, dass Camp zu erreichen, da erst ein sonst trockenes Flussbett überquert werden muss. Maria, die Besitzerin des Camps, schickte ihre Farmmitarbeiter voraus, die erst einmal mit dem Traktor den Weg vorbereiteten. Das Wasser stand nur noch 20 cm hoch, allerdings war der Untergrund matschig und der braune Schlamm war glatt wie Schmierseife. Man platzierte ein Farmfahrzeug vor dem Fluss und den Farmtraktor hinter dem Fluss, damit man uns von beiden Seiten bergen könnte, falls wir stecken bleiben. Armin setzte sich jetzt ans Steuer und ich blieb auf der anderen Seite des Flusses, um zu filmen. Der Farmarbeiter sagt noch zu mir: „I don‘t think that your car can do it“. Ich liebe die Optimisten ;). Aber Armin fuhr souverän durch und es freute alle, dass das Camp wieder erreichbar ist. Nun ging es für uns auf einer Sandpiste 3 Kilometer weiter und am Schluss erklommen wir einen Dünenkamm mit Blick auf die weiten Ebenen. Das Camp ist perfekt in die Natur eingepasst. Mitten im Badzelt steht ein Baum und hier fühlen sich viele Fledermäuse sehr heimisch. Während wir nach Einbruch der Dunkelheit auf der Holzterrasse saßen, flog immer wieder eine Schleiereule über unsere Köpfe hinweg. Tagsüber genießt man den Blick über die Kalahari und beobachtet Antilopen und Giraffen. Wirklich ein sehr schöner Platz.

Bagatelle Farm

Das Farm Areal ist 10.000 ha groß. Die Campingplätze sind 1 km von der Lodge entfernt und liegen schön in den Dünen. In der Lodge kann man sich die Zeit am Pool vertreiben, was auch ab und an Spass macht. Auf der Farm leben Antilopen, Giraffen, Zebras und zwei Breitmaulnashörner. Im Englischen sind es die White Rhinos.

Wisst ihr, woher diese Bezeichnung kommt? Im Englischen sprach man eigentlich von den „wide“ Rhinos, auf Grund des breiten Mauls. Irgendjemand machte dann ein White Rhino daraus und deshalb spricht man in der englischen Sprache von den White & Black Rhinos (die auch nicht schwarz sind) und im Deutschen von den Breitmaul- und Spitzmaulnashörnern. Hier ist die deutsche Bezeichnung eindeutig die sinnvollere.

Wir durften bei einem Game Drive die Breitmaulnashörner Bruno & Grace beobachten. Grace ist im 10. Monat trächtig und in einem halben Jahr wird sich die Familie hoffentlich vergrößern. Es war außergewöhnlich schön, die Tiere aus der Nähe sehen zu dürfen.

Lake Oanob Resort

Wasser ist in Namibia ein sehr begrenztes Gut. Außer man befindet sich inmitten der heftigsten Regenzeit der letzten 10 Jahre, wie wir momentan. Wenn man ein paar Tage ausspannen möchte, mit Blick auf den See, können wir diesen Ort wärmstens empfehlen. Am Besten mietet man sich einen Platz mit eigenen Bad, denn die öffentlichen Waschhäuser bestechen nicht durch ihre Sauberkeit. Wir haben die Tage am See sehr genoßen.

Grenzübertritt

Visum für Südafrika

Mit einem Deutschen Pass muss kein Visum gekauft werden. Man bekommt an der Grenze einen Einreisestempel für 90 Tage.

Ausreise aus Namibia und Einreise nach Südafrika (Ariamsvlei / Nakop)

Die Grenzen zu Südafrika sind für Touristen seit dem 15.02.2021 wieder passierbar. Davor war ein Grenzübertritt nur mit Sondergenehmigung möglich und tatsächlich hatten wir eine solche von “Home Affairs”, dem südafrikanischen Innenministerium, bekommen. Hierzu hatten wir unsere lange Reise geschildert und beschrieben, warum wir das schöne Land im Süden des afrikanischen Kontinents unbedingt besuchen wollen. Da der Grenzübertritt am 17.02.2021 stattfindet, benötigen wir die Sondergenehmigung nicht, sie ist aber dennoch ein schönes Souvenir.

Wir sind zwar keine Niederländer aber das stört uns nicht weiter :-).

Der Ablauf der Aus- und Einreise ist sehr einfach:
Namibia:

  • Departure Form ausfüllen und Pass ausstempeln lassen
  • Carnet bei Customs ausstempeln lassen

Südafrika:

  • Gesundheitsfragebogen ausfüllen und mit Covid-Test zum “Health Screening”
  • Pass bei Immigration stempeln lassen (Standard-Aufenthaltsdauer: 90 Tage)
  • Carnet bei Customs stempeln lassen und Fahrzeug-Verifikation durch Mitarbeiter dort
  • Polizei-Check beim Passieren des Schlagbaums. Kein frisches Fleisch einführen.

Covid Test

Keiner mag ihn, jeder muss ihn machen: Den obligatorischen Covid-Test. Wir hatten uns entschlossen, einen PCR-Test bei Pathcare in Windhuk zu machen (www.pathcarenamibia.com). Das Ganze lief äußerst professionell ab:

  • Termin online vereinbaren
  • Fragebogen und Erfassungsbogen zu den Personendaten ausdrucken und ausfüllen
  • Zum vereinbarten Termin erscheinen
  • Per Kreditkarte bezahlen
  • Rachenabstrich durchführen lassen
  • Ergebnis kommt 24 – 48 Stunden nach Probenentnahme per E-Mail und SMS, Hardcopy wird nicht benötigt. Bei uns war das Ergebnis nach 12 Stunden da!

Seit dem ersten Covid-Test in Tansania hat sich die Dokumentation stark verändert, was die Fälschungssicherheit drastisch erhöht. Das pdf ist mit einem personalisierten Wasserzeichen versehen und ein QR-Code verweist auf einen Downloadlink, über den der “Health Officer” an der Grenze das Testergebnis nochmals online verifizieren kann.

Für den Übertritt nach Südafrika wird ein PCR- oder Antigen-Test (Schnelltest) benötigt, der nicht älter als 72 Stunden ist. Ein Schnelltest kann direkt an der Grenze für R200 durchgeführt werden.

Reiseführer & Papierkarte

Papierkarte von Tracks4Africa

Die Karten von Tracks4Africa für das südliche Afrika sind richtig gut. Ab Namibia ist das Kartenmaterial sehr detailliert. Es gibt die Karten auch für Garmin Navigationssystem und man hat damit eine zusätzliche Kartenbasis, da viele Kartenprogramm für iOS oder Android auf OSM aufbauen.

Reiseführer

Der Iwanowski Reiseführer ist im deutschsprachigen Raum fast schon ein Standardwerk. Man merkt die jahrelange Erfahrung des Autors und wir werden schauen, wie wir mit dem Buch in den anderen Teilen Namibias zurecht kommen.

Alle Namibia Artikel

Namibia Caprivi Region – Im Land der Flüsse

In diesem Bericht könnt ihr alles zu unserer Einreise nach Namibia lesen und was wir im Nordosten dieses vielseitigen Landes erlebt haben. Dieser Artikel enthält auch alle wertvollen Tips zum Geldabheben, Tanken und Mobilfunk in Namibia.

Namibias Norden – Wüste und Dirt Roads

In diesem Bericht könnt ihr über unsere Erlebnisse im Etosha Nationalpark und im wilden Norden des Landes lesen.

Namibia: Erongo-Gebirge, Namib-Naukluft und Sossusvlei

Hier könnt ihr lesen, wie es uns in der Wüste und natürlich im spektakulären Sossusvlei ergangen ist.

Namibias einsamer Süden – Zwischen den Tirasbergen und dem Oranje River

Unsere Erlebnisse in den einsamen Tirasbergen, in und um Lüderitz, dem Köcherbaumwald bei Keetmanshoop und auf dem Orange River. An letzterem verbrachten wir sogar fast drei Wochen.

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