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Roadtrip Griechenland: Der Osten und Chalkidiki

Griechenland Chalkidiki

Griechenland hat unendlich viel zu bieten, besonders, wenn man mit dem Camper unterwegs ist. Jetzt in der Nebensaison ist an vielen herrlichen Stränden nicht mehr viel los und wenn man sich anständig verhält, kann man fast überall frei stehen. Nach Nordwest-Griechenland, den Ionischen Inseln und dem Peloponnes, war unser Roadtrip durch das östliche Griechenland und die Chalkidiki der Abschluss unserer Griechenlandrunde.

Die Route

Wieder sehr zufrieden waren wir mit dem Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag:

Athen

Nach einer tollen Zeit auf dem Peloponnes war unser nächster geplanter Stopp die Stadt Athen. Wir waren voller Vorfreude ins Stadtleben einzutauchen und hatten uns schon vorab unsere Erkundungstour überlegt. Doch manchmal kommt es anders als man denkt. Wir fuhren den innerstädtischen Campingplatz an und wurden abgewiesen. Grund war, dass unsere selbstgebaute Kabine auf diesem Platz nicht versichert wäre und wir deshalb hier nicht stehen können. Da half alles diskutieren nichts. Es gibt noch einen Campingplatz außerhalb, den wir nun ansteuerten. Nach 45 Minuten Fahrt kamen wird dort an und nach kurzer Inspektion waren wir auch schon wieder weg, da der Platz in absolut katastrophalen Zustand war. Die Sanitäranlagen waren unbenutzbar und auch trotz mehrerer abgestellter Wohnwagen und Wohnmobile war da niemand – echt geisterhaft und fast schon unheimlich. Danach haben wir noch 2 Hotels angefahren, in der Hoffnung dort unterzukommen, aber die nicht vorhandenen Parkplätze machten uns ein Strich durch die Rechnung. So drehten wir nach 4 Stunden Umherirrens Athen den Rücken zu. Vielleicht kommen wir mal wieder, dann aber ohne unser großes Auto.

Pilion

Lyri Beach

Schneller als erwartet waren wir nun auf der Halbinsel Pilion, südlich von Thessaloniki. Hier findet mal sogar nach dem trockenen Sommer überall sprudelnde Quellen und gerade im Norden gibt es Obstplantagen soweit das Auge reicht. Der erste geplante Übernachtungsplatz war leider nicht so schön wie erwartet und so gab es das erste Mal sogar eine Fahrt bis in die Nacht. Toll war, dass wir einen Dachs, ein Frettchen, einen Fuchs und einen kleinen Igel sehen konnten. Da bleibt es doch gleich mal spannend. Erholung fanden wir dann am wunderschönen Strand Lyri im Osten der Halbinsel (siehe Karte). Dieser ist mit seinen feinen Kieseln wirklich herrlich zum Baden. Auch das Schnorcheln lohnt, da sich die Wassertiefe auch noch 100 Meter vor der Küste um die 10 Meter bewegt. Man kann das Unterwasserleben an vielen im Wasser liegenden Felsbrocken beobachten.

Gegen Abend wurde der kleine Parkplatz am Strand dann von einer Gruppe mit 9 Fahrzeugen bevölkert und es war mit der Ruhe vorbei. Große Gruppen passen einfach nicht zu diesen stillen Orten hier in Griechenland.

Kato Gatzea

Nun waren einige Tage mit gemischtem Wetter vorhergesagt und da es mal wieder an der Zeit war, gutes WLAN zu haben und Wäsche zu waschen, führte uns der Weg auf den Campingplatz Sikia (19,80 pro Nacht für 2 Personen ohne Strom) in Kato Gatzea, welcher alles bietet was ein Camperherz sich wünscht und dazu noch Meerblick vom Stellplatz aus.

Wanderung auf der Schmalspur-Bahnlinie

Von Kato Gatzea aus kann man was ganz besonderes machen, nämlich eine Wanderung entlang der Schmalspur-Bahnlinie, welche zwischen Milies und Ano Lechonia fährt. Aber keine Sorge, die Bahn fährt nur noch am Wochenende und wenn du doch das Glück hast, ihr zu begegnen, keine Sorge. Sie bewegt sich nur im Schneckentempo fort und ein Ausweichen ist immer möglich.

Griechenland Pilion
Griechenland Pilion

Wir haben die Wanderung so gemacht, dass wir mit dem Bus nach Milies gefahren sind. Die Bushaltestelle ist 100 m vom Campingplatz entfernt und wann der Bus genau fährt, erfahrt ihr dort an der Rezeption. Wir starteten mittags um 13:45 Uhr. Der Busfahrer gab uns dann auch direkt Bescheid, als es Zeit war auszusteigen und so waren wir innerhalb 15 Minuten Fußmarsch am Ausgangspunkt, dem Bahnhof von Milies. Tatsächlich stand dort auch die Diesellok bereit und fuhr direkt vor unserer Nase mit den Wagen voller Touristen ab. Nun führt die Wanderung immer entlang der Gleise, durch kurze Tunnels, über Brücken und schmale Wegstreifen hinab ins Tal. Man kann die Wanderung bis Ano Lechonia machen, wir haben in Ano Gatzea den Weg durch den Olivenhain gewählt und sind fast genau am Camping Sikia wieder auf die Straße getroffen.

Während der Wanderung bieten sich herrliche Ausblicke über Olivenhaine, kleine Dörfchen und dem Golf von Pagassitikos. Die Wanderung an sich ging 2,5 Stunden und wir hatten einige Fotostopps eingelegt. Im Frühjahr wenn alles blüht ist die Wanderung sicherlich nochmals aufregender, aber auch Mitte September können wir diesen Ausflug wärmstens empfehlen.

Olymp Nationalpark

Der Sitz der Götter liegt in der Griechischen Mythologie auf dem Olymp. Da müssen wir unbedingt hin, schließlich können heute auch sterbliche auf den Thron des Zeus wandern. Interessant ist dabei, dass der höchste der drei Olymp-Gipfel, der Mytikas, erst 1913 das erste mal offiziell bestiegen wurde. Entweder hatte man davor zu viel Respekt oder die Menschen hatten keinen Antrieb zusätzlich zum ohnehin schon harten Leben auch noch auf hohe Berge zu kraxeln.

Griechenland Olymp
Griechenland Olymp

Wir jedenfalls waren top motiviert.

Nach einer ruhigen Nacht an einer Forststraße innerhalb des Nationalparks ging es dann ab dem Parkplatz „Prionia“ los zum Gipfelsturm. Ihr findet unsere Aufstiegsroute hier:

Das Olymp-Massiv hat vier Gipfel: Skala, Mytikas, Skolio und Stefani. Der Mytikas ist der höchste und mit etwas Kletterei vom Skala aus zu erreichen. Wir sind um 7:00 Uhr am Parkplatz losgegangen und waren gegen Mittag auf dem Skala Gipfel. Zwischenzeitlich mussten wir fast 2.000 Höhenmeter überwinden und der Abstieg lag noch vor uns. Deshalb war der Skala auch an diesem Tag unser höchster Punkt. Wer weiter steigen will auf den nahem Mytikas oder gar das Tripel schaffen möchte mit Skala, Skolio und Mytikas, sollte auf einer der bewirtschafteten Schutzhütten übernachten. Zum Beispiel bietet sich hier die Hütte „Spilios Agapitos“ an, zu der man am Nachmittag vor dem Gipfelsturm aufsteigen und dann übernachten kann.

Vom Olymp sieht man von knapp 3000 Meter hinab bis aufs Meer, ein erhabener Anblick.

Chalkidiki und Makedonien

Unser nächster Halt war die Stadt Thessaloniki. Wir hatten hier einige Verrichtungen zu erledigen, unter anderem unser geliebtes SUP nach Deutschland zurückschicken und Ersatzteile für ein kaputtes Scharnier für unser Dach besorgen. In einer fremden Stadt, ist man dann gleich mal 2 – 3 Stündchen beschäftigt. Aber man ja Zeit :).

Für uns ging es dann weiter nach Chalkidiki, auf die Halbinsel Sithonia. Wir haben dann wirklich einen Traumplatz gefunden, auf dem wir auch 6 Nächte geblieben sind. Zwischen Schwimmen, Schnorcheln (hier ging sogar ein Tintenfisch auf Tuchfühlung mit mir) und Lesen, gab es ein paar Dinge am Auto zu reparieren, Bestandsaufnahme der Lebensmittel wurde gemacht und einfach mal nichts tun.

Griechenland Chalkidiki
Griechenland Chalkidiki

Zwischendurch haben wir eine Inselrunde gedreht und immer wieder die tolle Aussicht genossen. Es gibt hier wirklich herrliche Strände und Buchten und immer wieder bekommt man den Berg Athos zu sehen.

Nun war es mal wieder an der Zeit einen Campingplatz aufzusuchen und wir entschieden uns für den Camping Ouranoupoli in dem gleichnamigen Ort. Wir haben 20 € für eine Nacht bezahlt was prinzipiell in Ordnung war, der Campingplatz hat uns allerdings gar nicht gefallen und wir waren froh, am nächsten Morgen wieder abreisen zu können.

Wir hatten einen tollen Tipp für eine Bucht nördlich von Stratoni in dem Park Mprostomnitsa/Stratonikes. Es führten uns dann 11 km Schotterstraße durch ein wunderschönes Waldgebiet. Hier sagen nicht Igel und Hase Gute Nacht, sondern eher Schildkröte und Wildschwein, beides bekamen wir zu Gesicht. Die letzten 2 km waren allerdings ziemlich anspruchsvoll zu fahren, aber die Bucht belohnte uns mit Einsamkeit und glasklares Meer. Wieder gab es viele Fische und natürlich Tintenfische zu sehen.

Griechenland einsamer Strand
Griechenland einsamer Strand

Die Fahrt am nächsten Tag Richtung Türkei führte uns vorbei an unzähligen Baumwollfeldern. Gerade war Erntezeit und überall war geschäftiges Treiben. Allerdings scheint diese Region, sonst ziemlich ausgestorben zu sein.

Unsere letzte Nacht verbrachten wir oberhalb den Klippen von Marmaritsa. Mit Blick auf das wilde Meer verabschiedeten wir uns von dem wunderschönen und für uns einzigartigen Griechenland. Wir kommen definitiv wieder.

Büchertipp

Da es kaum einen Tag gab, an dem wir das Meer nicht gesehen haben, möchte ich euch heute folgendes Buch ans Herz legen „Der träumende Delphin“ von Sergio Bambaren.

Dieses Buch habe ich schon mehrmals gelesen. Es geht darum Neues zu Entdecken und nicht immer mit der großen Masse zu schwimmen. Mich hat dieses Buch sehr berührt und hat mir Mut gemacht. Gebt mir gerne euer Feedback, wie ihr die Büchertipps findet und ob ihr die Bücher die ich empfehle bereits kennt.

Tipps und Empfehlungen für einen Roadtrip durch  Griechenland

Einreise

Personen: für EU-Bürger ist der Ausweis ausreichend

KFZ-Papiere: Fahrzeugschein und grüne Versicherungskarte

Fahren in Griechenland

Der Fahrstil der Griechen kann man als mutig bezeichnen, allerdings sind die Fahrer meist sehr entspannt. Wir kommen hier prima zurecht. Natürlich kommt man mit einem normalen PKW gut zurecht, allerdings erschließt man mit 4×4 Plätze, die fernab des Massentourismus liegen.

Mobiles Datennetz

Du kannst dein eigenes Datenvolumen verwenden, da innerhalb der EU keine Zusatzkosten anfallen.

Währung / Geldautomaten

Hier wird in EURO bezahlt und Geldautomaten gibt es in jeder Stadt.

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