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Roadtrip Türkei – Konya, Kappadokien und Ankara

Türkei Kappadokien Red Valley

Die Route

Nach unserem Trip durch den Westen der Türkei, ging es nun weiter von Cirali an der Lykischen Küste über Konya, Kappadokien und Ankara bis nach Istanbul. Über die Millionenmetropole, die Europa und Asien verbindet, könnt Ihr in einem gesonderten Blogpost lesen.

Wer mehr über unsere Reisen in der Türkei wissen möchte und sich dazu noch über den einen oder anderen Reise-Tipp freut, sollte sich unsere Zusammenfassung zur Türkei anschauen.

Unsere gefahrene Route von Cirali nach Kappadokien und von dort weiter nach Istanbul findet ihr hier:

Fahrt von Cirali nach Kappadokien

Nachdem wir in Cirali nochmals kräftig Sonne getankt hatten, ging es nun endgültig weiter, denn wir sind ja schließlich Overlander :). An Antalya vorbei bis Manavgat fährt man noch an vielen bekannten Touristenorten vorbei und dann ging es Richtung Norden durch eine wunderschöne Bergkulisse. Wir wunderten uns wieder, wie gut die Straßen hier ausgebaut sind, obwohl im Hinterland kaum jemand unterwegs ist. Übernachtet haben wir an einem Picknickplatz direkt am Lake Beysehir, mit Blick aufs Wasser. Der nächste Fahrtag vom See bis nach Selime ging entlang einer ziemlich langweiligen Hochebene. Landwirtschaft, besonders der Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrüben, bestimmen das Bild. 

Konya

Türkei Konya
Türkei Konya

Zwischendrin taucht unter einer Dunstglocke die Stadt Konya auf. Die Millionenstadt gilt als sehr konservativ und wir waren uns lange nicht sicher, ob wir hier halt machen wollen. Auf Grund von mehreren Empfehlungen, wollten wir uns dann aber auf alle Fälle das Mevlana-Kloster, welches im 13. Jahrhundert von den Seldschuken gegründet wurde, anschauen. Die Klosteranlage betritt man durch einen Rosengarten und man fühlt sich wie in 1001 Nacht. Die Gebäude mit den blauen Kuppeldächern, die in der Sonne glänzenden Minarette und die in Stein gehauenen Verzierungen sind wunderschön anzuschauen.

Bevor man das Hauptgebäude betritt, in dem sich Leseraum, Bibliothek, Betsaal, Tanzsaal und der Raum mit Mevlanas Sarkophag befinden, müssen Plastiktüten über die Schuhe gezogen werden. Man kommt auch hier aus dem Staunen nicht heraus. Mal bleibt der Blick an einem der Kronleuchter hängen, mal an den Deckenverziehrungen. Wir waren wirklich sehr begeistert und fanden den Einblick in diese frühere Zeit beeindruckend. Der Besuch der Klosteranlage ist kostenlos.

Um das Kulturprogramm noch kulinarisch abzurunden, gab es in einer Lokanta (einfaches Restaurant) noch ein hervorragendes Börek und ein Etli Ekmek, eine Art Pide mit Hackfleisch. Mit Getränken und abschließendem Cay Tee bezahlt man dann zwischen 6 – 7 € für Zwei.

Sultanhani

Einen weiteren kurzen Stopp legten wir in Sultanhani ein. Auf der einstigen Karawanenroute steht hier noch eines der besterhaltenen Gebäude, welches man durch ein eindrucksvolles Tor betritt. Wenn man an den ehemaligen Verkaufsräumen vorbei geht, kommt man in eine prächtige Halle mit 32 Säulen, welche früher als Lagerraum diente. Da man pro Person 0,80 € Eintritt bezahlt, waren wir ganz alleine hier. Man hat in 10 – 15 Minuten alles gesehen, aber wir fanden, dass Sultanhani einen Besuch wert ist, wenn man sich auf dieser Strecke befindet.

Für uns ging es dann weiter bis nach Selime, an den Rand der Ihlara Schlucht.

UNESCO Weltkulturerbe Kappadokien

Wenn wir Kappadokien hören, denkt man sofort an das Bild der aufsteigenden Heißluftballons. Kappadokien hat allerdings noch viel, viel mehr zu bieten, auch wenn der Anblick von nahezu 100 Heißluftballons in der aufgehenden Sonne kaum zu übertreffen ist.

Wandern in der Ihlara Schlucht

Um 6 Uhr früh weckte uns der Muezzin, welcher in äußerst schlechter Qualität, aber umso lauter schallte. So begann der Tag recht früh für uns.

Am Vorabend ist unsere Reisegefährtin Juliette angereist und somit konnten wir unser Auto auf dem Parkplatz bei Selime stehen lassen und mit ihrem Auto bis nach Ihlara fahren.

Türkei Ihlara Tal
Türkei Ihlara Tal

Unser Vorhaben war nun, die Ihlara-Schlucht vorbei an mittelalterlichen Felsenkirchen zu durchqueren, welche als eine der schönsten Wanderungen in der Gegend von Kappadokien gilt. Zuerst gelangt man über 300 Treppenstufen in den Canyon. Dort kann man sich dann in aller Ruhe erst mal einige der Felsenkirchen anschauen. Diese boten im 8. Jahrhundert den byzantinischen Mönchen ein Rückzugsort und Versteck. Die Kirchen sind wirklich sehr beeindruckend, auch wenn nur noch wenige farbige Fresken erkennbar sind. Außerdem können es manche Leute nicht lassen, trotz der historischen Bedeutung dieser Gebäude, ihre Namen und sonstige Dinge in die Wände zu ritzen. Sehr schade.

Wir schauten uns die „Duftende Kirche“, die „Dunkle-Burg-Kirche“, die „Kirche unter dem Baum“, die „Hyazinthenkirche“, die „Schlangenkirche“, und die St.-Georgs-Kirche“ und einige mehr an. Danach ging es immer am Fluss entlang durch wunderschöne Landschaft. Links fließt der Melendiz und dahinter türmen sich Tuffsteinberge. Begleitet wird man von zwitschernden Vögeln und herumschwirrenden Schmetterlingen und immer wieder kommt man an weiteren imposanten Felsenkirchen vorbei. Und wie so oft, kaum hat man die „Hauptsehenswürdigkeiten“ hinter sich gelassen, beginnt der spannende Teil und man hat die Landschaft ganz für sich.

Türkei Ihlara Tal
Türkei Ihlara Tal

Wir können die 15 km Wanderung jedem empfehlen, der gut zu Fuß ist. Zwischendrin hat man auch immer wieder Gelegenheit, sich in einem der Cafés zu erfrischen oder sich mit einem Cay wieder in Schwung zu bringen.

Die Wanderung endet an der Klosteranlage in Selime. Diese Anlage ist ein wirklich riesiger, beeindruckender Komplex und da die großen Reisebusse hier direkt halten können, ist hier auch einiges geboten.

Der Eintritt zu den Felsenkirchen von Ihlara und Selime kostet 36 TL pro Person – ca. 6 €.

Love Valley und Uchisar

Nach der Wanderung ging es dann weiter in das kappadokische Zentrum. Der Wetterbericht war etwas gemischt, Regen und Wind waren angesagt. Wir haben dann die erste Nacht mit Blick auf das Love Valley verbracht. Bis in die späten Abendstunden und ab Sonnenaufgang waren wir umgeben von Brautpaaren und knipsenden Asiaten. Irgendwie muss das wohl Glück bringen.

Weshalb das Love Valley „Love Valley“ heißt, überlassen wir eurer Fantasie.

Türkei Kappadokien Love Valley
Türkei Kappadokien Love Valley

Nachdem wir etwas durch die Felsentürme gewandert sind, ging es weiter in das Dörfchen Uchisar. Schon von weitem entdeckt man die vielen Löcher im Burgfelsen, welche einen echt Staunen lassen. Manche Felsen sind noch bewohnt, die meisten dienen aber eher als Touristenattraktion. Uns hat das Dorf Uchisar sehr gut gefallen. Bei Gözleme, Baklavar und Cay war uns wieder mal bewusst, wie wunderschön es ist, die Welt zu entdecken.

Türkei Kappadokien Uchisar
Türkei Kappadokien Uchisar

Wir können in Uchisar den „Ciko Tea Garden“ wärmstens Empfehlen. Sehr lecker und günstig und eine fantastische Aussicht!

Das Städtchen Uchisar bietet auch tolle Unterkünfte, wenn man nicht mit dem Camper unterwegs ist:



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Open Air Museum Zelve und das Devrent Tal

Am nächsten Tag besuchten wir das Open Air Muesum in Zelve. Wir entschieden uns bewusst gegen das Freilichtmuseum in Göreme, da dies sehr überlaufen und teuer ist.

In Zelve kann man in Ruhe die Mühle, eine Felsmoschee, ein Kloster und weitere Gebäude, welche im Tuffstein vor vielen hundert Jahren erbaut wurden, begutachten. Einige Bauten sind zwischenzeitlich gesperrt, da bereits Felswände eingestürzt sind. Das tut dem Ganzen aber kein Abbruch. Hier haben bereits Römer, Byzantiner, Seldschuken, Osmanen, Griechen und Türken gelebt und wir versuchen uns in eine andere, viel frühere Zeit zu versetzen.

Türkei Kappadokien Zelve
Türkei Kappadokien Zelve

Eintrittspreis liegt pro Person bei 18 TL – ca. 3 €.

Im Devrent Tal blickt man auf eine Ansammlung von Feenkaminen und man versucht hier verschiedene Dinge, wie zum Beispiel den Delfin, die küssenden Vögel, den Hut Napoleons, das Kamel und einiges mehr zu erkennen. Wir müssen gestehen, alles haben wir nicht gefunden, aber es gibt ja immer nette Guides die einem dann weiterhelfen :). Aber auch ohne Symbolerkennung ist das Tal einen Besuch wert.

Türkei Kappadokien Devrent
Türkei Kappadokien Devrent

Hier wird kein Eintritt verlangt.

Red Valley und die Heißluftballons

Zwei Nächte verbrachten wir oberhalb des Red Valleys zusammen mit anderen Overlandern. Und dann am Morgen unseres Weiterreisetags hörten wir morgens um 6 Uhr bereits das Geräusch auf das wir seit Tagen warteten. Ein Blick aus dem Dachfenster bestätigt unsere Hoffnung, es ist soweit, die Heißluftballons können starten. Wir schmeißen uns in warme Kleidung und gehen raus in den frühen Morgen. Um uns herum starten mehr als 100 Heißluftballons, steigen über unseren Köpfen empor und es bietet sich über Stunden ein unvergessliches Bild. Danke Kappadokien, das wir das erleben durften.

Türkei Kappadokien Red Valley
Türkei Kappadokien Red Valley

Für alle die gerne im Heißluftballon fahren möchten: In der Nebensaison kostet die Fahrt ca. 300 € pro Person.

Atatürk-Mausoleum Anitkabir in Ankara

Der Weg von Kappadokien nach Istanbul führte uns auch durch die Hauptstadt Ankara. Ankara selber hat wenig historische Sehenswürdigkeiten zu bieten und da wir keine Botschaft bzgl. Visa-Angelegenheiten aufsuchen mussten, konnten wir uns auf den Besuch von Anitkabir konzentrieren, in dessen Zentrum das Atatürk-Mausoleum steht. Das gigantische Bauwerk steht in mitten eines gepflegten Parks und ist ein türkisches Nationalheiligtum. Wir sehen viele türkische Familien, die hierher einen Ausflug machen und natürlich die vielen Bustouristen aus Asien.

Türkei Ankara Anitkabir
Türkei Ankara Anitkabir

An das Mausoleum angeschlossen ist ein Museum, in dem der Lebensweg von Mustafa Kemal Atatürk beschrieben wird: Die Schlacht von Gallipoli, der Befreiungskrieg und die Anfangsjahre der Republik, die geprägt waren von Atatürks Reformwerk.

Auch wenn uns als Deutsche der Personenkult um Mustafa Kemal Atatürk etwas befremdlich vorkommt, sind es insbesondere seine gesellschaftlichen Reformen, die bis heute das Leben in der Türkei prägen und uns wirklich beeindruckt haben: Die weitgehende Trennung von Religion und Staat und die Gleichberechtigung der Frauen haben die Türkei zu einer modernen und weltoffenen Nation gemacht. Wir drücken den Türken die Daumen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.

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