AfrikaReisenTansaniaWorldtrip 2019 / 2020

Serengeti und Ngorongoro Krater Schutzgebiet

Tansania Serengeti

Wenn man mich als kleinen Jungen gefragt hätte, was ich mit Afrika in Verbindung bringe, dann wäre sicher das Wort Serengeti gefallen. Diese Savannenlandschaft im Norden Tansanias und die Art, wie über diese berichtet wurde, hat wohl eine ganze Generation (damals) junger Menschen fasziniert und die Berufe „Naturforscher“ und „Naturfilmer“ als potentielle Traumberufe etabliert. Die Arbeit von Vater und Sohn Grzimek hat zu einem großen Teil dazu beigetragen, dass die Serengeti und das Ngorongoro Schutzgebiet auch heute noch trotz des immer weiter steigenden Bevölkerungsdrucks erhalten geblieben sind. Mit dem Besuch der Serengeti und des Ngorongoro Kraters haben wir uns einen Kindheitstraum erfüllt und waren entsprechend aufgeregt, als es endlich soweit war.

Tansania Ngorongoro
Tansania Ngorongoro

Ausgangspunkt

Touren in die Serengeti bucht man am besten in Arusha oder Moshi. Touranbieter, die in Moshi beheimatet sind, müssen die Strecke über Arusha zum Lake Manyara zurücklegen, bevor es den Berg hinauf zum Ngorongoro-Krater und von dort weiter zum Gate der Serengeti geht. Eine nicht unerheblich Strecke. Gute Tour-Operators holen einen entlang der Strecke ab, wenn man dort eine Unterkunft hat.

Wir haben auf dem Campground des Meserani Snake Park übernachtet und konnten bei den netten Leuten dort auch unser Auto für die Zeit der 3-tägigen Tour abstellen.

Tourveranstalter

Wir hatten uns entschieden, die Serengeti mit einer geführten Tour zu besuchen und nicht mit dem eigenen Auto in den Nationalpark zu fahren. Dazu gab es für uns zwei triftige Gründe: Zum einen ist der Eintritt für ausländische Fahrzeuge extrem hoch (250 USD pro Tag nur für das Fahrzeug!) und zum anderen sind die Straßen und Pistenverhältnisse so schlecht, dass man sich gerne das Reisefahrzeug ruiniert. Durchgeführt wurde unsere Tour von Mega Adventures aus Moshi, die einen super Job gemacht haben. Wir hatten im Vergleich zu den anderen Touren das beste Auto (kurzer, gut gewarteter Land Cruiser), einen tollen Guide, das beste und neueste Bodenzelt und den besten Koch. Also eine absolute Empfehlung von uns!

Serengeti Nationalpark

Anfahrt

Die Route führte vom Meserani Snake Park Richtung Lake Manyara und von dort zum Ngorongoro Schutzgebiet. Um zum Serengeti Gate zu gelangen, ist ein Transit-Permit für den Ngorongoro notwendig. Die Fahrt hier ist bereits atemberaubend schön und man sieht vom Auto aus Giraffen und Elefanten. Nach ca. 4 Stunden Fahrt erreicht man die Ebene vor dem Naabi Hill Gate.

Da der erste Tag ein langer Fahrtag war, führte uns der Weg recht direkt zu unserer Campsite. Unterwegs konnten wir einige Katzen und viele Antilopen sehen. Ein absolutes Highlight: Ein Serval direkt vor uns auf der Straße.

Tansania Serengeti
Tansania Serengeti Serval

Seronera Public Campsite

Nach Ankunft an der Public Campsite wurde für uns das Bodenzelt aufgebaut und dann Kaffee gekocht. Die Campsite ist recht einfach aber durchaus ordentlich. Es gibt einen sauberen Block mit Sanitäranlagen. Dieser scheint recht neu zu sein und viele ältere negative Bewertungen beziehen sich wohl auf den alten Sanitärblock, der zwischenzeitlich geschlossen wurde.

Nach Sonnenuntergang wurde ein Dreigangmenü serviert und wir konnten eine Hyäne beobachten, die ungeniert ihre Nase in den Mülleimer des Speiseraums steckte. Nachts konnten wir Löwen brüllen hören, so dass wir den nächtlichen Gang zum WC lieber ausfallen liessen.

Morgen Pirschfahrt

Morgens ging es nach Sonnenaufgang los und wir konnten mit Löwen, Elefanten und Büffel drei der „Big Five“ aus direkter Nähe sehen. Auf wilden, aufgeweichten Pisten konnte nur die besonnene Fahrweise unseres Guides Immanuel verhindern, stecken zu bleiben. Mit der besonnenen Fahrweise war es dann aber nach dem Mittagessen vorbei: Um rechtzeitig das Gate zu erreichen und eine Nachzahlung zu verhindern, wurde das Gaspedal bis zum Bodenblech durchgetreten…

Great Migration

Zwischen Serengeti und Ngorongoro Schutzgebiet hatten wir das Glück, die großen Herden der „Great Migration“ zu sehen, der größten Gnu-Wanderung der Welt. Jetzt zu Beginn der großen Regenzeit sind viele Jungtiere im Trek der großen Antilopen dabei und wir konnten uns gar nicht satt sehen an den riesigen Herden, die sich bis zum Horizont erstreckten. Das dramatische Wetter sorgte dazu noch für eine gruselige Atmosphäre.

Tansania Great Migration
Tansania Great Migration

Ngorongoro Crater

Am Kraterrand wurde uns im Rahmen eines einstündigen „Nature-Walks“ die Natur des großen Kraters gezeigt. Hier wachsen viele Heilkräuter, die von den Massai als Arznei genutzt werden.

Tansania Ngorongoro
Tansania Ngorongoro

Simba Campsite A

Geschlafen wurde wieder auf einer einfachen aber sympathischen Campsite, diesmal am Kraterrand.

Fahrt in den Krater

Der Krater selber misst ca. 20 km im Durchmesser und bietet unterschiedlichste Habitate, nicht nur für die „Big Five“. Bei der Fahrt auf dem Kraterboden wechselt sich die Gras-Savanne mit ausgedehnten Wasserlöchern und dem Akazienwald ab. Der Lake Magadi ist Heimat für Wasservögel und Hippos, die zusammen mit Zebras und Büffeln am Ufer grasen. Jetzt in der Regenzeit ist es nicht immer einfach, alle Tiere aus der Nähe zu sehen. Nashörner konnten wir zum Beispiel leider nur aus weiter Entfernung beobachten. Dafür sorgt der Regen dafür, dass alles herrlich saftig und grün ist. Man spürt richtig das Leben mit all seiner Kraft!

Nach dem Game-Drive im Krater wurden wir von unserem Tour-Guide wieder am Meserani Snake Park abgesetzt.

Fazit

Die Tour durch die Serengeti und den Ngorongoro Krater ist atemberaubend. Für Tanja und mich wurde ein Kindheitstraum wahr und wir haben oft gestaunt und wollten das Safari-Dach des Autos gar nicht mehr einklappen.

Eine Dreitages-Tour durch die Serengeti und den Ngorongoro Krater bedeutet allerdings viel Zeit im Auto. Das war uns im Vorfeld bewusst und da man bereits auf dem Weg viel von der tollen Landschaft und der Tierwelt sieht, ist dies für uns kein Nachteil. Wir waren am Anfang der Regenzeit in der Serengeti und auch in den Monaten davor hatte es, wie fast überall in Ostafrika, stark geregnet. Entsprechend war es nicht immer leicht, die Tiere im dichten Gras zu sehen. Außerdem waren die Straßen häufig nur sehr schlecht befahrbar. Dafür ist alles saftig grün und man kann sich an den vielen süßen Jungtieren erfreuen.

Buchtip

Stuarts’ Field Guide to the Tracks and Signs of Southern, Central and East African Wildlife. Dieses Buch ist faszinierend und sei jedem empfohlen, der ein Fährtenleser werden will. Zu welchem Tier gehört dieser Fussabdruck? Welches Tier hat hier gekackt 🙂 ? In diesem Buch findet ihr die Antwort.


 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Translate »