AfrikaReisenUgandaWorldtrip 2019 / 2020

Uganda – Draußen im Grünen

Uganda Rwenzori Mountains

Uganda empfängt uns nach zum Teil heftigen Regenfällen in den vergangenen Wochen mit einer dominierenden Farbe: Grün. Die saftige Natur ist es auch, die dieses Land am Äquator ausmacht und wir genießen es, in üppigen Gärten unser Camp aufzuschlagen und durch Hügellandschaften zu fahren, die entweder reiche Felder für die landwirtschaftliche Nutzung bieten oder noch mit einem alten Urwald bewachsen sind. Uganda ist ein Land, welches sich bei Touristen einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreut und bei der Besucherstatistik mittlerweile sogar das Nachbarland Kenia überholt hat. Wir können das durchaus nachvollziehen, gibt es hier doch fast alles, was man in Afrika sucht – auf recht kompaktem Raum.

Route

Bei Busia haben wir die Grenze zwischen Kenia und Uganda überquert und sind dann nach Jinja gefahren, wo der weiße Nil den Victoria See verlässt. Auch wenn man darüber streiten kann, ob die Bezeichnung „Source of the Nile“ stimmt, so ist es doch ein wirklich besonderes Gefühl, den mächtigen Strom hier wieder zu sehen. Schließlich haben wir ihn unterwegs immer wieder begleitet und insbesondere im Sudan und in Ägypten ist er die Lebensader für Abermillionen von Menschen.

Von Jinja ging es über Kampala weiter nach Entebbe, wo wir dem Victoria See ganz nah sein konnten, bevor wir uns gen Westen wandten und in der Gegend um Fort Portal das Rwenzori Gebirge (Mondberge) im Rahmen eines Mehrtagestreks unsicher machten. Durch den Queen Elisabeth Nationalpark mit einem Besuch bei den Schimpansen im Kalinzu Forest führte die Route weiter südwärts an den schönen Lake Bunyonyi. Am Cyanika Grenzübergang verliessen wir dann Uganda in Richtung Ruanda.

Insgesamt sind wir 1100 km gefahren.

Overlanding in Uganda

Wenn man von Kenia kommend nach Uganda einreist, geht es erstmal auf dem bereits aus dem Nachbarland bekannten und gutem Asphaltband weiter. Es fehlt allerdings ein Großteil des privaten PKW-Verkehrs, was immer ein Zeichen dafür ist, dass wir in ein nominal ärmeres Land einreisen. Uganda ist noch immer recht ländlich geprägt und ein Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Wir sehen in den Dörfern und Gemeinden entlang der Strecke auch wieder viele offensichtlich arme Menschen, das waren wir aus Kenia nicht mehr in dem Maße gewohnt.

Die Menschen, denen wir begegnen, sind zunächst etwas zurückhaltend und ernst aber keineswegs unfreundlich. Es ist dennoch erstaunlich, wie sich der Menschenschlag ändert, nur weil man eine Grenze überquert.

Wenn man von der Hauptstadt Kampala mit ihrem furchtbaren Verkehr einmal absieht, kommt man in Uganda gut voran. Westlich von Kampala hält sich auch der LKW-Verkehr in Grenzen, da es keinen regen Warenaustausch mit den angrenzenden Ländern „Demokratische“ Republik Congo und dem Südsudan gibt. Die Nebenstraßen sind je nach Wetter besser oder schlechter befahrbar – Allrad hilft.

Die Auswahl an gut sortierten Supermärkten ist limitiert, nur in den großen Städten gibt es internationale Marken wie „Shoprite“ oder „Carrefour“, ansonsten ist Shopping in kleinen Läden oder einfach entlang der Straße angesagt.

Diesel und Benzin ist flächendeckend vorhanden, der Liter Diesel kostet etwa 0,80 € (Stand Feb. 2020). Ugandische Schilling kann man überall an den Geldautomaten abheben.

Was uns aber wieder super gefallen hat: Die Campingkultur! Wir haben oft in toller Natur unser Auto für die Nacht abgestellt und direkt vom Stellplatz aus Affen, Elefanten und exotische Vögel beobachtet.

Sehenswertes & Sehenswürdigkeiten

Uganda ist ein Land, in dem der Tourismus richtigen Aufwind hat. Das liegt daran, dass man auch als Selbstfahrer alle wichtigen Orte zügig erreichen kann. Oft haben wir Urlauber getroffen, die sich einen Geländewagen mit Dachzelt gemietet haben und auf eigene Faust unterwegs waren. Eine gute Idee, wie wir finden!

Nil & Lake Victoria

Jinja und Rafting auf dem Nil

„The Source of the Nile“. Hier fließt der weiße Nil aus dem Victoria See und beginnt seine lange Reise Richtung Norden und bis ins Mittelmeer. So schlecht ihn die Menschen auf seinem Weg behandeln, so schön und unberührt ist er hier noch. Nach einem kurzen Besuch in Jinja und einem Einkauf im „American Supermarket“ hatten wir uns etwas nördlich der Stadt an der Westseite des Nils auf dem Campingplatz „The Haven“ niedergelassen. Tanja nutzte die Gelegenheit und backte in unserem Omnia Backofen ein köstliches Weißbrot, was besser als jedes französische Baguette geschmeckt hat!

Mit direktem Blick auf die ersten Stromschnellen der Kategorie V und VI konnten wir darüber diskutieren, ob wir es noch einmal mit dem Rafting versuchen sollten. Kommentar Tanja in der Vergangenheit: Nie wieder mache ich, oder eine andere Person die mir nahesteht, je wieder Rafting – haben wir das Rafting in Ecuador doch nur mit Glück überstanden. Aber am Schluß hat die Abenteuerlust gesiegt und wir haben es mal wieder gewagt!

Die Firma „White Nile Rafting“ (siehe Route) wird von einer ugandischen Kayakfahrerin und ihrem niederländischen Mann geleitet. Es gibt fast ausnahmslos positive Kritiken im Internet und nach ein paar Preisverhandlungen entschieden wir uns, hier das Rafting zu unternehmen. Auch ausschlaggebend war die Tatsache, das wir in dem schönen Garten unser Auto abstellen und übernachten durften. Das Ganztages-Rafting beinhaltet eine Nacht Camping (im eigenen Auto / Zelt oder in bereitgestellten Zelten), ein gutes Frühstück, einfaches Mittagessen auf dem Wasser und Barbecue mit Bier am Abend nach der Rückkehr. Jede weitere Nacht Camping kostet 5 Dollar pro Person.

Gemeinsam mit unseren Reisefreunden Saartje und Tim aus Belgien und einem Pärchen aus Hongkong / Taiwan belegten wir zu sechst + Guide ein Raft. Zusätzlich war ein Sicherheitsraft und für jeden Touristen ein weiteres Kajak im Wasser. Die gesamte Zeit über wurde fotografiert und gefilmt, so dass wir keine eigenen Kameras mitnehmen mussten. Dann hieß es „attack the waves!“. Insgesamt durchfuhren wir neun Stromschnellen, davon drei der Kategorie V. Es war ein riesen Spaß und tolle Action. Ganz anders als damals in Ecuador hat sich niemand unsicher fühlen müssen und wir sind ohne Blessuren davon gekommen!

Ganz unberührt ist der Nil übrigens auch hier in Uganda nicht: Rafting ist nur noch auf den ersten 20 km möglich, danach haben Dämme zur Elektrizitätsgewinnung und Wasserversorgung den Strom soweit gezähmt, dass von den ursprünglichen Stromschnellen nichts mehr übrig ist.

Entebbe am Lake Victoria

Entebbe ist ein kleines sympathisches Städtchen direkt am Lake Victoria. Wir liefen hier gemütlich durch den Botanischen Garten und erhaschten einige Blicke auf den großen Lake Victoria. Als wir näher ans Wasser liefen, sind wir auch direkt bis zu den Knöcheln im Matsch versunken, denn auch hier hatte es in den letzten Wochen unglaublich viel geregent. Übernachtet haben wir im ViaVia Traveler Café, welches direkt an einem wunderschönen Sumpf liegt. Vom Restaurant aus beobachteten wir tolle Vögel, ließen uns das leckere Essen schmecken und feierten unser Wiedersehen mit Saartje und Tim aus Belgien. Ein toller Ort.

Fort Portal und Crater Lakes

In der Gegend um Fort Portal haben wir auf der eindrucksvollen Kluge’s Guest Farm übernachtet und die Natur genossen. Wenn man von Fort Portal Richtung Süden fährt, kann man auf schönen kleinen Dirt Roads vorbei an verschiedenen Kraterseen fahren und herrliche Ausblicke genießen. Hier werden hauptsächlich Mais und Bananen angebaut und in den kleinen Dörfchen hat man Einblick in das tägliche Leben der Menschen.

Rwenzori Gebirge (Mondberge)

4 Tages Trekking

Das Rwenzori-Gebirge ist nach dem Kilimanjaro und dem Mount Kenia das dritthöchste Gebirge Afrikas. Anders als beim Kili und auch beim Mount Kenia ist es allerdings nicht ganz einfach, dieses im Westen Ugandas gelegene Massiv zu erwandern. Die Wege, die bis hinauf auf den Margherita Peak (oder auch Mt. Stanley, mit 5.109 Metern der höchste Gipfel) führen, werden privat von gerade einmal zwei Trekking-Anbietern betrieben und liegen vollständig im Rwenzori Nationalpark. Man kann also nicht auf eigene Faust losziehen, sondern muss sich einem dieser Touranbieter anvertrauen. Wir haben uns entschieden, mit der Agentur „Rwenzori Trekking Service – RTS“ auf Tour zu gehen. Diese gehört einem Australier und das Basecamp liegt oberhalb des Örtchens Kilembe, welches wiederum über das Städtchen Kasese zu erreichen ist.

Das Wandern im Rwenzori ist deshalb so besonders, weil man unterschiedliche Vegetationszonen durchläuft und dabei die unterschiedlichsten Pflanzen und Landschaftsarten erleben kann, die es sonst so nirgends auf der Welt gibt. Da die 7-Tages-Tour auf den Stanley-Gipfel eine sehr gute körperliche Konstitution erfordert und auch einen kurzen technischen Kletterteil (mit Steigeisen und Eispickel) beinhaltet, hatten wir uns für die 4-Tagestour entschieden, die auf knapp 4000 Meter hinauf führt und fünf der insgesamt sieben Vegetationszonen durchläuft. So viel sei verraten: Auch diese Tour war körperlich richtig fordernd!

Tag 1 – Grasland, Tropischer Bergregenwald, Bambus und Erika-Zone

Start: Rwenzori Trekker Backpackers Hostel / 1500 m

Ziel: Sine Camp / 2598 m

Vom Basecamp auf knapp 1500 Metern aus erreichen wir nach ca. 45 Minuten den Nationalparkeingang, wo wir die Parkgebühr in bar entrichten müssen (Kosten siehe unten). So wie wir die Zivilisation hinter uns gelassen haben, geht das Grasland in den geschützte Bergregenwald, in dem wir Rwenzori Mantelaffen und Diadem-Meerkatzen in den Bäumen sehen. Nach etlichen Höhenmetern durchmischt sich der Regenwald mit Bambus und schon bald laufen wir durch einen dichten Bambuswald. Es ist erstaunlich, wie sich die Vegetation innerhalb einiger Höhenmeter komplett ändert. Auch der Bambus endet irgendwann und wir kommen in die Erika-Zone. Hier kommt das erste Mal das Gefühl eines „Märchenwaldes“ auf: Dichte Bartflechten und Moos hängt in den Bäumen, es ist nebelig und langsam wird es richtig frisch. Wir erreichen nach über 1000 Höhenmetern des erste Camp. Die Sine Hut liegt auf 2598 Metern Höhe und wir verstehen zum ersten Mal, warum die Trekking Tour so teuer ist. Es steht warmes Wasser und Tee / Kaffee bereit und wir können es uns auf der Veranda der einfachen Holzhütte gemütlich machen. Es wird ein reichhaltiges Abendessen serviert mit Suppe und Hauptgang – sehr lecker! Geschlafen wird ebenfalls in einfachen Holzhütten, die sogar mit Matratzen ausgestattet sind und wir freuen uns über unsere guten Daunenschlafsäcke, die uns nachts warm halten.

Tag 2 – Erika-Zone, Lobelien, alpine Zone

Start: Sine Hut / 2598 m

Ziel: Mutinda Camp / 3583 m, Mutinda Lookout / 3975 m

Nach einer ruhigen Nacht im Sine Camp geht es nach einem ausgesprochen reichhaltigen Frühstück, welches aus Porridge und einem full-english-breakfast besteht, weiter in die Höhe. Wir bewegen uns weiter in der Erika-Zone, stoßen nun aber in die Region vor, die Tanja gerne als „Märchenwald“ bezeichnet. Die Bäume sind mit Flechten behangen und der Nebel wabert durch eine Landschaft, wie wir sie aus unseren heimatlichen Bergen nicht kennen. Der Boden wird matschig und morastig und links und rechts sehen wir die ersten Lobelien. Von diesen eigentümlichen Pflanzen kommen hier in den Bergen vier Arten vor.

Als wir in Regionen jenseits der 3000 Meter vorstoßen, wird es langsam richtig kalt. Wir erreichen unser Camp gegen 13 Uhr und es gibt schon heißes Wasser für Tee und Kaffee.

Um 15 Uhr steigen wir dann in unsere Gummistiefel. Es ist definitiv Ende für die klassischen Wanderstiefel, denn jetzt geht es im tiefen Morast hinauf zum Mutinda Lookout, dem höchsten Punkt unserer Wander-Tour. Nach gut 1,5 Stunden intensivem Aufstiegs kommen wir auf dem Nebengipfel des Mutinda Peak an. Wir haben Glück! Für 15 Minuten lichtet sich der Nebel und wir können die schroffen Gebirgsregionen erblicken und einen Blick auf den Weismann‘s Peak (ok, der Gipfel blieb verborgen) erhaschen. Der Abstieg ist fast genau so fordernd wie der Aufstieg, so dass wir erst nach 3 Stunden wieder im Mudinda Camp ankommen. Es ist zugig und nach einem weiteren leckeren Abendessen sind wir froh, in unsere Daunenschlafsäcke zu steigen.

Tag 3 – Erika-Zone, Alpine Zone

Start: Mutinda Camp / 3583 m

Ziel: Samalira Camp / 3170 m

Wir trennen uns von Ben, einem netten alleine reisenden Kanadier, der zum Weismann‘s Peak weitersteigen will, und gehen über den Hunwick‘s Pass (ca. 3800 Meter) in Richtung Kiharo Camp. Dieses erreichen wir bereits zur Mittagszeit und machen deshalb auch nur eine halbe Stunde Pause. Weiter geht es über einen kleineren Bergrücken zum Samalira Camp, wo uns ein toller Blick hinab ins Tal erwartet. Den ganzen Tag sind wir in Gummistiefeln gewandert, was für die Füße nicht immer einer Freude ist.

Das Camp ist recht gut besucht und es zeigt sich, dass Deutschland wohl die weltweit führende Wandernation ist. Es wird ausnahmslos Deutsch gesprochen und was schön ist: Wandersleute sind in der Regel nette Leute! Als Highlight zum Tagesausklang findet unser Guide Karusu noch ein Chamäleon in einem Busch. Schön, diese sanften Reptilien hier zu sehen.

Tag 4 – Erika-Zone, Bamubus-Zone, Bergregenwald und Grasland

Start: Samalira Camp / 3170 m

Ziel: Rwenzori Trekker Backpackers Hostel / 1500 m

Heute beginnt unser Abstiegstag bereist morgens um 8 Uhr. Da wir gestern schon weiter gekommen sind als ursprünglich geplant, werden wir das Basecamp bereits nach ca. 4 Stunden erreichen. So ist es dann auch: Wir steigen die ersten 2,5 Stunden steil ab und erreichen danach den tropischen Regenwald, unter dessen Blätterdach wir gemütlich bis zum Beginn der Siedlung wandern. Pünktlich zum Mittagessen erreichen wir das Ziel und sind wieder bei unserem rollenden Zuhause.

Kosten und Infrastruktur

Die Alpinisten würden sagen: Das Wandern in den Rwenzori-Mountains erfolgt im „Expeditions-Stil“. Für uns zwei Wanderer standen zwei ausgebildete Guides parat. Zusätzlich wurde unser „Zusatzgepäck“, insbesondere unsere beiden Schlafsäcke und ein Teil der Ersatzkleidung, von einem Träger, dem sog. Porter, die Berge hinauf und hinunter zu den Camps getragen. Das es sich dabei um eine Frau handelte war wohl nur mir (Armin) unangenehm. Unser Essen und alles was für dessen Zubereitung benötigt wurde (inkl. Brennholz, da dies nicht im Nationalpark geschlagen werden darf), wurde von vier weiteren Portern transportiert. Insgesamt war der Begleit-Tross für uns zwei Touristen sieben Personen stark. Gewandert haben wir in der Regel aber nur zu fünft: Wir beide, die Guides und die Trägerin. Es gibt keine Alternative zu den organisierten Touren im Rwenzori, die Wege und die Hütten werden von den beiden Agenturen exklusiv betrieben. In Kilembe und Umgebung schafft der Tourismus Arbeitsplätze: Bei RTS arbeiten 40 Guides und hunderte von Trägern. Einige der Träger machen die umfangreiche Ausbildung zum Guide und haben somit Chancen auf einen vernünftig bezahlten Job.

Kosten des 4-Tages Trekkings: 550 USD pro Person, da wir 10% Rabatt aushandeln konnten. Parkeintritt wird vom Uganda National Park Service pro Nacht kassiert: 105 USD pro Person für 3 Nächte. Dazu kommt Trinkgeld für die Porter und Guides, wir haben 80 USD gegeben.

Insgesamt hat uns das Trekking somit 1390 USD gekostet.

Fazit

Eine Mehrtageswanderung im Rwenzori Gebirge war auf unserer Wunschliste ganz oben. Trotz allem haben wir dann lange überlegt, ob wir die Tour buchen sollen oder nicht. Grund hierfür war der finanzielle Aspekt aber auch die Wahrheit darüber, dass nach 7 Monaten Reisen im Auto nicht mehr viel Kondition vorhanden ist. Letztendlich haben wir uns dafür entschieden und sind froh darüber. Ich (Tanja) habe mich schon so lange darauf gefreut und 4 Tage lang in den Bergen unterwegs zu sein, mit einfachen aber schönen Camps, war fantastisch. Die Landschaft raubt einem teilweise fast den Atem und das, wenn die Luft sowieso schon knapp ist. Körperlich hat mich das Trekking teilweise an meine Grenzen gebracht, denn 3500 Höhenmeter hoch und natürlich dann auch wieder nach unten über wurzlige Waldwege, feuchte Sumpflandschaft und rutschige Felsen ist sehr fordernd. Den Mutinda Lookout habe ich nur bezwungen, weil der Guide mich an steilen Passagen immer wieder hochzog, da meine Oberschenkel teilweise meine Befehle verweigerten – oh je. Ein gutes hat das aber, man spürt mal wieder jeden und ich meine wirklich jeden Muskel im Körper. Selbst die Hände schmerzen vom Hochdrücken des Körpergewichts und die Bauchmuskeln zwicken vom Versuch auf unebenem Terrain Haltung zu bewahren. Diese Erfahrung werde ich nicht wieder vergessen.

Kalinzu Forest

Chimpansen Tracking

Es gibt einige Möglichkeiten, die Schimpansen in Uganda zu besuchen. Mit 98% genetischer Übereinstimmung zu uns Menschen, sind sie unsere nächsten Verwandten. Zunächst wollten wir die Menschenaffen im Kibale Forest besuchen, wo etliche Gruppen der Tiere habituiert sind und man somit die Chance hat, ihnen ganz nahe zu kommen. Leider ist der Preis für einen Besuch dort auf mittlerweile 150 USD pro Person gestiegen, so dass wir uns gegen das Tracking dort entschieden haben.

Es gibt aber zum Glück noch günstigere Möglichkeiten, die Primaten in freier Wildbahn zu beobachten. Zum einen in der Kyambura Gorge für 50 USD pro Person und etwas weiter im Süden im Kalinzu Forest. Hier hat man zwar keine 100% Chance sie zu sehen aber dafür liegen die Kosten mit ca. 40 USD pro Person angenehm niedrig und es fallen keine weiteren Eintrittskosten für den Park an.

Los ging es ohne Vorbuchung morgens um 7:30 Uhr an dem kleinen Ranger-Posten (siehe Karte), an dem man auch Campen kann. Nach der Registrierung wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt und wir stapften den nach heftigen Regenfällen sehr nassen Wald. Deshalb: Unbedingt wasserdichte Wander- oder Gummistiefel anziehen!

Im Wald leben neben anderen Primaten zwei größere Schimpansengruppen mit 50-60 Tieren. Nach einiger Zeit konnten wir dann hoch oben im Wald einige ausgewachsene Tiere und den Nachwuchs entdecken. Nach dem Regen verhalten sich die Affen recht ruhig, weshalb wir das charakteristische Kreischen erst um Ende unseres Trackings hören konnten.

Das Wetter wurde zum Glück im Laufe des Vormittags besser, so das wir noch eine ganze Zeit lang eine Gruppe von zwei älteren und einem sehr jungen Männchen beobachten und Fotografieren konnten. Die Mimik der Tiere ist unserer sehr ähnlich, was die Begegnung sehr eindrücklich macht. Man weiß nie, wer hier wen beobachtet…

Schimpansen durchlaufen ähnlich langsam die Lebensphasen wie wir Menschen: Die Tragzeit der Weibchen ist ca. 8-9 Monate, die Jungtiere werden von der Mutter 3-4 Jahre lang gesäugt. Erst im Teenageralter werden die Tiere geschlechtsreif und pflanzen sich fort. Ein weiblicher Schimpanse bringt im Laufe seines Lebens deshalb auch nicht mehr als 5 Jungtiere zur Welt.

Nach ca. 3 Stunden waren wir dann wieder zurück beim Auto, etwas erschöpft und fasziniert von diesen Tieren, die uns genetisch so nahe stehen.

Interessant: Teil unserer Gruppe war eine Delegation des WWF Dänemark, die eine Video und Fotodokumentation machen wollte. Da wir das beste Teleobjektiv dabei hatten, haben wir unsere Bilder dem WWF zur weiteren Verwendung „gespendet“.

Lake Bunyonyi und Lake Chahafi

Wir verbrachten ein paar (regnerische) Tage am auf 1950 m schön gelegen Lake Bunyonyi. Unser Stellplatz im Bunyonyi Overland Camp ist schön gelegen, aber irgendwie fühlen wir uns nicht so richtig wohl, wenn auch nicht greifbar ist, weshalb.

Besuch eines Waisenhauses am Lake Bunyonyi

Orphenage Lake Bunyonyi
Orphenage Lake Bunyonyi

An unserem ersten Tag am See sprach uns ein junger Herr, Emmanuel, an. Er und seine Mutter führen ein Waisenhaus direkt oberhalb des Camps. Wir sagten zu, das Haus zu besuchen, auch wenn wir schon im Voraus wussten, das uns dies ganz schön an die Nieren gehen würde.

Uganda Waisenhaus
Uganda Waisenhaus

In dem Waisenhaus leben 165 Kinder zwischen 3 – 15 Jahren, teilweise werden diese aber abends von Verwandten für die Nacht abgeholt. Die Kinder haben die Eltern bei Unfällen oder durch Krankheit, oft durch AIDS verloren. Die 13 dort lebenden Lehrer, versuchen die Kinder zu unterrichten, allerdings wird gleich klar, dass dies nur sehr bedingt möglich ist. Die Kinder sitzen in verschiedenen Klassenzimmern, haben kaum Lehrmaterial und sind mehr oder weniger sich selbst überlassen. Wir bringen Fussbälle, Malbücher, Stifte vorbei und von unserem Geld werden einige Säcke Maismehl und Bohnen gekauft. Es wird uns aber bewusst, dass dies nur ein sehr kleiner Beitrag ist und dies fühlt sich schlecht an.

Uganda Waisenhaus
Uganda Waisenhaus

Die kleinen Kinder kommen sehr aufgeregt zu uns und wollen weiße Haut anfassen und rufen Hello, nice to meet you. Anschließend wird noch ein Lied gesungen, bei dem wir kräftig mittanzen. Auch wenn die Kinder lachen und fröhlich sind, sehen wir trotzdem die ängstlichen Blicke und Rotznasen, weil die Kinder zu dünn angezogen sind bei den doch recht frischen Temperaturen.

Uganda Waisenhaus
Uganda Waisenhaus

Bei dem Besuch wurden wir mit der harten Wahrheit in Uganda konfrontiert. Alleine um den Lake Bunyonyi gibt es 3 große Waisenhäuser und das Haus welches wir besucht hatten, wird durch keine internationale Organisation unterstützt. Der Situation, wie die Kinder hier leben, hat uns sehr berührt und ich muss kämpfen, meine Niedergeschlagenheit zu besiegen, was aber wohl noch etwas dauern wird. Die Eindrücke waren doch zu emotional.

Wanderung zum Aussichtspunkt “Arcadia Cottages”

Eine schöne kleine Wanderung direkt vom Bunyonyi Overland Resort aus führt ca. 30 Minuten den Berg hinauf (siehe Route) zu den “Arcadia Cottages”. Hier kann man einen tollen Ausblick über den See genießen und auch etwas essen und trinken in schönem Ambiente.

Lake Chahafi

Dieser kleine aber hübsche See eignet sich gut, wenn man vor oder nach dem Grenzübertritt nach Ruanda noch einen Stop einlegen möchte. Wir haben im Chahafi Resort gewohnt, einem recht schicken Resort mit Cottages, wo wir für 25 USD für zwei Personen inkl. einem herrlichen Frühstück (Obst, Ei, Speck, Brot, Pancakes, Kaffee) übernachten durften. Wir waren die einzigen Gäste hier. Eine schöne Kanutour auf dem See kann man auch unternehmen, man muss allerdings mitpaddeln.

Essen & Trinken

Die Supermärkte sind im Vergleich zu Kenia wieder eher mager bestückt. Nur in der Umgebung um die Hauptstadt Kampala und Entebbe finden sich internationale Marken wie „Shoprite“ oder „Carrefour“. Es ist uns bisweilen auch in ländlichen Regionen gar nicht leicht gefallen, Obst und Gemüse entlang der Straße zu finden, was wir eher ungewöhnlich fanden.

Rolex

Lecker ist das „Rolex“ („Roll Eggs“): Ein Omelette, meist mit etwas Zwiebel und Tomate, welches in ein Chapati-Fladenbrot eingerollt wird. Wenn man nur ein Ei pro Rolex möchte, dann kostet das Ganze 1000 Uganda Schilling, was ca. 0,25 EUR entspricht. Leckeres, super günstiges Streetfood und überall zu haben. Einfach auf die Stände mit den Eiern und der mit Holzkohle befeuerten Stahlplatte achten!

ViaVia Cafe in Entebbe

Teil des Hostels / Campgrounds ist ein schön gelegenes Restaurant. Hier kann man es sich mit internationalen und lokalen Speisen richtig gut gehen lassen

Cafe Barista in Kabale

Kleines Cafe / Restaurant direkt an der Hauptstraße. Wir haben den Beef-Burger und das vegetarische Curry probiert: Richtig lecker! Hier kann man es sich gut gehen lassen.

Leckere Biersorten

Nile Special (der gute Standard). Zwar nicht gerade nach Reinheitsgebot, aber was solls :-).

Das Bier BEL ist etwas herber und leichter und ist ganz nach Armins Geschmack.

Unsere schönsten Übernachtungsplätze

The Haven

Dieses Camp ist die Nr. 1 unserer Übernachtungsplätze in Uganda. Man steht auf einem herrlich gepflegten Rasenplatz mit Blich auf den sauberen Nil und die Stromschnell „The Dead Dutchman“. Die Sanitäranlagen sind super sauber und es gibt sogar warmes Wasser. Ein Pool gibt es für die Badenixen auch noch. Mit Glück kann man den scheuen roten Stummelaffen zuschauen, wie sie von Baum zu Baum springen.

Preis für Overlander sind 10 USD pro Person.

Kluges Guestfarm

Die Kluges Guestfarm ist ein riesiges, wunderschönes Areal mit Bungalows und einer schöner Campingwiese. Auch hier kann man wieder außergewöhnliche Vögel wie den Trompeterhornvogel und den Turako beobachten. Bei einem Spaziergang durch den Wald springen kann man schwarz-weißen Stummelaffen beobachten. Und nun kommt das Highlight für Overlander, im Restaurant werden Beef stronganoff, Rindsrouladen und Sauerbraten angeboten und die Qualität des Essens ist sehr gut!

Pro Nacht zahlt man 10 USD pro Person.

Grenzübertritt

Visum

Wir hatten bereits in Kenia das East Africa Visa (EAV) für 100 USD mit einer Gültigkeit von 90 Tagen gekauft. Mit diesem Visum kann man sich 3 Monate in Kenia, Uganda und Ruanda Aufhalten.

Einreise

Wir hatten uns für den südlichen Grenzübergang in Busia entschieden. Auf ugandischer Seite kann man dann an der „one stop immigration“ den Pass für Kenia ausstempeln und für Uganda einstempeln lassen. Wenn man so wie wir ein East Africa Tourist Visum hat, ist dieser Prozess nach wenigen Minuten abgeschlossen. Ein Gebäude weiter wartet im Untergeschoss der ugandische Zoll. Hier wird das Carnet gestempelt und man muss dann eine Etage weiter oben ein Formular für die Road Tax holen. Früher war diese wohl davon abhängig, welche Route man in Uganda fahren will. Wir hatten uns darauf geeinigt, gegenüber dem Zoll nur zu erwähnen, dass wir nach Jinja zum Raftig fahren wollen. Diese Absprache war aber gar nicht nötig. Es wurde ein Formular gedruckt, laut dem wir ca. 75.000 UGX (18,50 €) bezahlen müssen, ohne Angabe einer Route. Diese Summe wurde in der Bank im Erdgeschoss bezahlt und mit dem von der Bank gestempelten Road-Tax Dokument konnten wir beim Zoll den Einreiseprozess abschließen. Das Auto wollte niemand sehen und wir konnten nach Uganda einreisen. Hinweis: In Uganda sind auch Einweg-Plastiktüten verboten. Wir hatten diese vor der Grenze versteckt, allerdings wollte niemand unser Auto sehen.

Ausreise

Wir haben den kleineren Grenzübergang “Cyanika” genommen. Hier gibt es wenig LKW-Verkehr und der Grenzübertritt war innerhalb von 45 Minuten erledigt. Man parkt auf ugandischer Seite und kann dann direkt beim Zoll das Carnet abstempeln lassen. Dann gibt es bei der Immigration noch einen Ausreisestempel, nachdem man das Ausreiseformular ausgefüllt hat. Die freundlichen Mitarbeiter helfen gern. Bevor man das Grenzgelände verlassen darf, wirft ein Polizeibeamter noch einen Blick auf alle Dokumente und händigt dann einen kleinen Passierschein aus. Goodbye Uganda!

Auf der Ruanda-Seite des Grenzpostens geht es zunächst zum Fiebermessen (Ebola) und nach der Handdesinfektion zur Immigration. Mit dem East Africa Tourist Visum ist die Einreise kein Problem, der Stempel wird sofort erteilt. Beim Zoll wird dann noch das Carnet gestempelt und nach einer kurzen, nicht besonders intensiven, Fahrzeugkontrolle heißt es: Willkommen in Ruanda! Es fallen keine Kosten an. Dies war der bisher schnellste und einfachste Grenzübertritt in Afrika.

SIM Karte – Datenvolumen

Gleich in Jinja haben wir uns eine SIM Karte mit 10 GB Datenvolumen gekauft. Kosten für Datenvolumen, SIM-Karte und Social Media Steuer sind ca. 18 €.

Der Netzbetreiber ist MTN. Gültigkeit 1 Monat.

Bargeld / Kreditkartennutzung

Geldautomaten sind in den Städten überall zu finden.

Straßenverkehr in Uganda

Der Straßenverkehr in Uganda ist etwas weniger dicht als im Nachbarland Kenia. Das liegt vor Allem daran, dass es weniger privaten Autoverkehr gibt. Boda-Bodas (Motorradtaxis) sind das Fortbewegungsmittel der Wahl und man muss Acht geben auf die Zweiräder. Die Bodo-Boda-Fahrer putzen und pflegen ihre meist chinesischen Fahrzeuge wie bei uns der schwäbische Merzedesfahrer seinen Wagen.

Tanken in Uganda

Ohne Probleme findet man überall Tankstellen. Der Preis für den Diesel beträgt ungefähr € 0,80 pro Liter, was etwas günstiger als in Kenia ist. Kreditkartenzahlung ist oft aber bei weitem nicht immer möglich.

Reiseführer & Papierkarte

Papierkarte

Die Landkarte aus dem Reiseknowhow-Verlag diente wieder als Back-up und für die grobe Routenplanung. 


 

Reiseführer

Wir hatten den brandaktuellen Reiseführer für Uganda, Ruanda & Ost-Kongo aus dem Reise-Know-How Verlag. Das Buch ist logisch aufgebaut und die angegebenen Informationen stimmen. Dieser Reiseführer ist Perfekt für uns, da alle 3 Länder die wir durchfahren, aktuell beschrieben werden.

Tanjas Buchtip

Heute möchte ich euch mal wieder einen Buchtip an die Hand geben. Der Roman von Mariana Leky “Was man von hier aus sehen kann” ist eines der schönsten Bücher, welches ich in den letzten Jahren gelesen habe. Die Geschichte spielt in einem kleinen Dorf, handelt von ihren einzigartigen Bewohnern, der bedingungslosen Liebe und von einen Okapi, welches nichts Gutes verheißt. Dieses Buch geht unter die Haut und wirklich jede Zeile ruft nach mehr.


 

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