Hochland und Vulkane

Costa Rica zentrales Hochland

Nach den schönen Tagen der Entspannung auf der Finca, führte uns die Reise zunächst Richtung Vulkan Arenal. Auf dem Weg dorthin ging es zum Arenal-See und in den Ort Nuevo Arenal. Dieser entstand nach der Aufstauung des Sees und ist Heimat der Deutschen Bäckerei „Tom’s Pan“. Wir konnten uns dort mit dem freundlich-verwirrten Besitzer Tom unterhalten und einige deutsche Spezialitäten zu uns nehmen, die lecker, aber „muy caro“ waren. Ich dachte noch: „Ein Weissbier zur Bratwurst, das ist fein – wird bestimmt ein Gutes sein“. Aber was muss ich sehen? Die Bedienung zeigt mir stolz eine Dose Oettinger Hefeweizen hell. Ok, ich bin gerade arbeitslos, das passt also. Was soll es kosten? 8,40 US Dollar. Wie bitte? Da muss das Komma nach hinten verrutscht sein! Nein, der Preis stimmt und die Büchse kann wieder dahin wandern, wo sie hergekommen ist.
Direkt am Arenalsee konnten wir einen wunderschönen kostenlosen Stellplatz beziehen und ein Sonnenuntergang mit Gewitter tauchte die ganze Szene in ein orangenes Licht, das ich bisher noch nie so erlebt habe.

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Der nächste Tag brachte einen klaren Morgen und wir nahmen direkt die verwinkelte Strasse am See entlang zum Vulkan Arenal. Dieser seit 1968 aktive Vulkan kann über ein paar Wanderwege besichtigt werden, allerdings ist eine wirkliche Besteigung aufgrund der vulkanischen Aktivitäten nicht möglich. Immerhin ermöglichte uns das gute Wetter ein paar Blicke auf den wolkenlosen Gipfelkrater, was zur Regenzeit zumindest nicht alltäglich ist.

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Danach ging es zurück an den See, allerdings mussten wir viel Zeit im Auto und später im Zelt verbringen – der Regen wollte uns keine Pause mehr gönnen.
Vom Arenalsee machten wir uns auf die Fahrt zum Vulkan Poas. Dieser aktive Vulkan ist aktuell 2708 Meter hoch. Da wir nach 15:30 Uhr am Nationalparkeingang waren, stellten wir uns etwas abgelegen an einem Feldweg unweit des Eingangs für die Nacht ab. Das Wetter rumorte bedrohlich und meine Verdauung leider auch. Wo auch immer es herkam, es bescherte mir einige Gänge mit dem Klappspaten in die Natur. Trotzdem war dieser Platz mitten im Urwald etwas ganz Besonders und wir wurden morgens von Tierlauten und der aufgehenden Sonne geweckt.
Der Vulkan Poas beherbergt einen sauren Kratersee, der immer mehr zurückgeht und wohl bald verschwunden sein könnte. Ein weiter Pfad führt zu einem alten Kratersee und durch den dichten „Zwerg-Nebelwald“zurück zum Auto.

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Da aller guten Dinge drei (Vulkane) sind, trieben wir unseren Montero direkt durch die Hauptstadt San José hindurch und wieder nach oben, in Richtung des höchsten aktiven Vulkanes Costa Ricas, dem Irazu. Auch hier entschieden wir uns zum Wildcamping direkt am Nationalparkeingang und wieder mussten wir viel Zeit im Auto verbringen, da es wieder regnete. Aber irgendetwas war anders: Es war bitter kalt geworden. Kein Wunder, wir hatten unser Nachtlager auf 3200 m Höhe bezogen und zum ersten Mal seit langem, mussten wir die Schlafsäcke ausbreiten und mit langen Hosen ins Zelt. Was für eine Nacht.
Der Irazu selber bietet eine tolle Fernsicht, falls das Wetter mitspielt. Wir hatten bei beiden Vulkanen Glück, so früh vor Ort zu sein. Ab 10 Uhr morgens zogen Wolken rein und es war vorbei mit dem „Blick bis zur Karibik“..

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Vom Irazu aus führen wir hinab ins Orosital, in dem viel Kaffee angebaut wird. Wenn man sich den Aufwand ansieht, mit dem der Kaffee angebaut und dann geerntet wird, wundert es nicht, dass ein Pfund recht teuer ist. Würden die Arbeiter anständig bezahlt, wäre er sicher noch einiges teurer.
Da der Montero aber am nächsten Tag in die Werkstatt soll, ging es nachmittags wieder zurück nach San Jose. Wir bezogen nach einigem Suchen ein einfaches Hotel mit abgeschlossenem Parkplatz und brachten am darauffolgenden Tag den Wagen in die riesige Werkstatt von Veinsa Motors, der Hauptvertretung von Mitsubishi in Costa Rica. Die Annahme war freundlich und sehr professionell, die Werkstatt mit über 30 Hebebühnen die größte, die ich je gesehen habe. Das Auto sollte am darauffolgenden Tag gegen vier Uhr fertig sein, wir mussten also für weitere zwei Nächste eine Unterkunft suchen. Diese war dank Tanjas Recherchetalent mit dem freundlichen Hostel Urbano schnell gefunden. Wir nutzten die Zeit, um uns ausführlich für die Verschiffung nach Südamerika vorzubereiten und um uns die Unterkünfte für unsere Zeit mit und ohne Auto in Panamacity und Cartagena zu reservieren. Soll keiner sagen, dass Reisen nicht auch Arbeit bedeutet. Wir konnten das Auto nach hervorragendem Service zum zugesagten Zeitpunkt abholen, gerade rechtzeitig vor dem Fussballspiel Cost Rica – Jamaica, bei dem sich die Ticos ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft sichern konnten. Entsprechend ging es in der Stadt zu!
So schön das Hostelleben auch war, uns zog es weiter. Die Tage waren einfach zu kühl und verregent und wir einfach etwas zu fleißig. Zeit für etwas Entspannung an der Karibikküste.

 

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