AfrikaNamibiaReisenWorldtrip 2019 - 2021

Namibia – Epupafälle und Kaokoveld

Kaokoveld Marienfluss

Nachdem wir bei Stefan und Esme in Windhoek einen schönen Toyota Hilux mit Dachzelt gemietet hatten, ging es zunächst in einer ausgiebigen Schleife durch Botswana. Gerne wären wir weitergereist nach Simbabwe, aber das Land öffnet seine Grenzen (trotz PCR Test) leider nur für vollständig geimpfte Menschen, so dass wir hier aktuell keinen Zutritt haben. Somit entschieden wir uns, die letzte 2,5 Wochen mit dem Mietauto nochmal im schönen Namibia zu verbringen. Wir waren von Oktober 2020 bis Februar 2021 bereits knapp vier Monate hier, haben aber noch nicht alles gesehen. Die Epupa Fälle an der Grenze zu Angola und das Kaokoveld warten noch auf uns!

Route – Teil 5

Am Grenzübergang Ngoma Bridge geht es von Botswana wieder nach Namibia. Wir kaufen ein in Katima Mulilo und übernachten jeweils eine Nacht im Mudumu und im Bwabwata Nationalpark. Wir durchqueren den Caprivi-Streifen, machen Zwischenstopps in der Gegend um Divundu und fahren dann nach einem kurzen Werkstattstopp in Tsumeb direkt an die Grenze zu Angola an den Cunene River. Nach einem Besuch der Epupafälle fahren wir bei Opuwo in das Kaokoland ein. Wir besuchen den Marienfluss und fahren von dort in südlicher Richtung nach Puros und stoßen bei Sesfontein wieder auf die Hauptstraße. Nach einen Abstecher zum Huab-Fluß geht es über den Brandberg hinab an die Küste und zum dritten Mal auf unserer Reise nach Swakopmund. Über die schöne C28 Passstraße geht es zurück nach Windhuk, wo wir unser Auto schweren Herzens zurück geben.

Insgesamt sind wir 3741 km gefahren.

Reiseführer

An dieser Stelle möchten wir euch den tollen Wildlife Tour Guide Reiseführer für Namibia vorstellen. Dieser Wildlife-Reiseführer ist euer perfekter Begleiter, wenn ihr auf eurer Namibia-Rundreise das wunderschöne Land sicher und auf eigene Faust entdecken und dabei Tiere sehen möchtet, die anderen Reisenden möglicherweise verborgen bleiben.

Sehenswertes & Sehenswürdigkeiten, Erlebnisse und Begegnungen

Auf unserer Route durch Afrika haben wir uns von Corona nicht stoppen lassen. Zum Glück! Wir mussten aber unsere Route anpassen und ein paar Länder auslassen, die wir gerne gesehen hätten. Dazu zählten Botswana, Simbabwe und Malawi. Letzteres liegt leider zu weit im Norden und ist deshalb nicht mehr erreichbar, die anderen beiden liegen allerdings von Windhoek aus, wo wir uns einen tollen Toyota Hilux bei African Sun Car Hire gemietet hatten, noch in „Schlagdistanz“. Botswana war ein tolles Abenteuer mit unheimlich schönen Tierbegegnungen. Simbabwe hat leider nur die Grenze bei Kazungula für Touristen geöffnet (Stand August 2021) und dies auch nur für vollständig geimpfte Personen mit PCR-Test. Da wir dieses Kriterium nicht erfüllen, müssen wir leider draußen bleiben. Sehr schade, haben wir doch nur Gutes, insbesondere von der warmherzigen Bevölkerung, gehört. Wir werden es ein anderes Mal versuchen. Versprochen!

Mit den 2,5 Wochen, die uns nun in Namibia mit dem Mietwagen zur Verfügung stehen, können wir aber auch noch viel anfangen. Der Nordwesten mit den Epupafällen und dem einsamen Kaokoveld wartet noch auf einen Besuch von uns. Los geht’s!

Mudumu Nationalpark, Bwabwata Nationalpark und der Okawango bei Divundu

Nach dem Grenzübertritt und den Besorgungen in Katima Mulilo geht es nach knapp elf Monaten wieder in den Mudumu Nationalpark. Dieser kleine Park am Kwando hat uns damals sehr gut gefallen und auf der „Campsite No. 3“ steht man ganz alleine direkt am Wasser mit tollem Blick auf den Sonnenuntergang. Die Anfahrt zum Camp No. 3 (welches ja nur eine Fläche am Fluss ohne jede Infrastruktur ist) ist spektakulär. Entlang des Kwando sehen wir immer wieder große Elefantenherden und müssen warten, bis uns die Dickhäuter den Track freigeben. Ein paar halbwüchsige Bullen baden übermütig in den Fluten und strecken schwimmend ihre Bäuche und Füße in den Himmel. So einen Badespaß bei Elefanten haben wir auch noch nicht gesehen. Die letzten Kilometer sind noch immer sehr tiefsandig und man hält besser nicht an in der tiefen Spur. Hinter einer Biegung steht eine Elefantenfamilie auf dem Pfad und ich gehe (zugegebenermaßen recht spät) vom Gas. Mit einem Ruck steht unser Auto im tiefen Sand und die Elefantenkuh mit ihrem Jungen trötet und springt beiseite. Wir haben die Arme erschreckt und zum Glück trollt sie sich in den Busch. Reumütig und mit allen verfügbaren Differenzialsperren bringen wir unsere Fuhre wieder zum Laufen und kommen am Camp an.

Manchmal kehrt man ja an Orte zurück und der Zauber des ersten Besuchs ist verflogen. Hier ist das nicht so: Der Wasserstand des Kwando ist deutlich höher als beim ersten Besuch und zwei Hippos kommen tauchend und schwimmend an uns vorbei. Wir machen ein Feuer und genießen eine herrliche ruhige Nacht.

Am nächsten Tag besuchen wir auf der anderen Seite des Kwando den Bwabwata Nationalpark und den „Horseshoe“, eine hufeisenförmige Flussbiegung. Von dort geht die Reise weiter in Richtung Divundu, wo wir auf dem Campingplatz der Mobola Lodge mit Ralf Wortmann von „Two-on-tour“ und Thomas West von „mytriponthewildside“ verabredet sind. Die Lage der Lodge am Okawando ist herrlich und vor allem die Bar, auf einer Insel im Fluss gelegen, ist der Hammer. Da seit Wochen Alkoholverbot in Botswana herrscht und auch in Namibia nur Montag bis Freitag Alkohol im Supermarkt verkauft werden darf (wir sind am Samstag über die Grenze…), trinke ich zwei kalte große und vor allem frisch gezapfte Hansa-Pils mit Blick auf den Sonnenuntergang. Der Abend mit Thomas und Ralf ist kurzweilig und wir tauschen unsere Reisegeschichten aus. Das ist immer wieder schön. Gute Reise euch beiden.

Kurzer Stopp in Tsumeb

Kurz bevor wir die Gegend um Divundu und damit den Caprivi-Streifen Richtung Epupafälle verlassen wollen, bemerke ich Fettspritzer im Linken vorderen Radlauf. Das muss ja erstmal nichts Schlimmes sein, wir könnten ja auch durch eine Öllache oder ähnliches gefahren sein. Die Erfahrung aber sagt mir, dass hier sicher wieder Murphy’s Law zugeschlagen hat. Afrika ist einfach unbarmherzig zum Material, auch wenn wir jetzt Toyota fahren. Tatsächlich hat die linke Achsmanschette ein Loch und Fett tritt aus. Da die Kreuzgelenke der Antriebswelle bei fehlender Schmierung und eindringendem Dreck schnell den Geist aufgeben und dann eine teure Reparatur droht, nehme ich direkt Kontakt mit unserem Vermieter Stefan auf und schildere das Problem. Schnell hat er eine Werkstatt in Tsumeb gefunden, welche die Teile verfügbar hat und uns direkt am folgenden Tag helfen kann. Wir fahren früh los, legen die 500 km auf guten Straßen schnell zurück und sind pünktlich um zwei bei „Executive Motors“ in Tsumeb. Frank, der freundliche Chef, erwartet uns schon und zwei Stunden später ist der Schaden behoben. Eine absolut empfehlenswerte Werkstatt! Die Achsmanschette ist nicht durch Verschleiß kaputt gegangen, wie in Tansania bei unserem Mitsubishi, sondern ein Ast hat sie wohl bei einem unserer Ausritte in den Busch zerstochen. That is Africa.

Wir schlafen auf der Campsite des „Kupferquelle Resort“ und ziehen ein paar Bahnen im 50 Meter Freibad. Das ist das beste Schwimmbad, welches ich auf der ganzen Reise gesehen habe. Abends gibt es einen dicken Burger im Restaurant. Die Preise sind human und das Publikum bunt gemischt. Das gefällt uns, denn es fühlt sich nicht an, wie eine klassische „Touri-Location“.

Der hohe Norden und die Epupafälle

Von Tsumeb geht es östlich vorbei am Etosha Nationalpark über die erstaunlich große Stadt Oshakati hin nach Ruacana. Von hier folgen wir der Dirtroad, die entlang des Cunene-Flusses führt, der die Grenze mit Angola bildet. Diese Straße wurde vor einigen Jahren ausgebaut und hat ihren Schrecken verloren. Brauchte man früher ca. neun Stunden von Ruacana zu den Epupafällen, sind es nun nur noch etwa drei. Wir machen einen schönen Stopp im „Camp Cornie“, etwa 35 km vor den Fällen und genießen die Ruhe entlang des Flusses. Wiedereinmal bekommen wir „Nagetierbesuch“: Wir haben das Auto offen und ein Baumhörnchen knabbert unsere Müslipackung an. Damit nicht genug: Es legt mit den erbeuteten Körnern an unterschiedlichen Orten im Auto Vorräte an (z.B. unter dem Reifenkompressor). Zum Glück ist das Tier nicht eingezogen, so dass wir diesmal nicht auf Jagt gehen müssen. Wir sitzen am Lagerfeuer zusammen mit Jason, dem Neffen des leider im April verstorbenen Cornie und unterhalten uns gut über Afrika und die Herausforderungen dieses faszinierenden Kontinents.

Die Epupafälle sind zur aktuellen Jahreszeit leider ziemlich ausgetrocknet. Der Cunene führt nicht sehr viel Wasser, aber dennoch haben wir einen schönen Blick vom Viewpoint, der oberhalb der Fälle auf einem Hügel gelegen ist. Hier betreibt die Community ein einfaches, aber schönes Camp. Simon, der hier geboren ist und als Tour-Guide arbeitet, kümmert sich um das Camp. Wir genießen hier einen schönen Sonnenuntergang und eine ruhige Nacht, bevor es für uns weiter nach Opuwo geht, von wo wir ins Kaokoveld abbiegen wollen. Wir nehmen Simon mit ins ca. 70 km entfernte Okongwati, wo sein Auto auf eine Reparatur wartet. Die Distanzen sind hier einfach größer. Unterwegs lesen wir noch einen Himba-Jungen auf, der ebenfalls in Okongwati Benzin kaufen soll. Der mit Ziegen beladene Pickup steht ohne Sprit am Straßenrand.

Kaokoveld: Von Opuwo zum Marienfluss, nach Puros und Sesfontein

In Opuwo kaufen wir Vorräte ein, füllen unsere Wasserkanister und tanken voll. Nach einer Nacht auf dem Camp der Opuwo Country Lodge, oberhalb der Stadt, brechen wir früh auf in Richtung Kaokoveld. Ziel ist das Marienfluss-Tal im hohen Norden an der Grenze zu Angola.

Wir fahren früh in Opuwo ab und folgen zunächst der gut gepflegten Dirtroad D3703 Richtung Etanga. Diese Siedlung ist nach 2 Stunden und gut 100 Kilometern erreicht. Hier endet die „Ausbaustrecke“ und geht über in einen 4×4 Track, der langsam aber gut zu befahren ist. Auf diesem Weg überqueren wir den Otjihaa-Pass, der uns auf die Sandfläche der Otjiha-Plains führt. Hier kann man südlich Richtung Orupembe abbiegen oder sich nördlich in Richtung „Rooidrom / Red Drum“ halten, was wir tun. Die „Red Drum“ ist eine bekannte Wegmarke hier im nördlichen Kaokoveld und eines von vier unterschiedlich farbigen Ölfässern, welche die Abzweige zu den verschiedenen Tälern hier im Norden anzeigen. Das rote Fass ist das östlichste und markiert den Abzweig zum Marienfluss-Tal, welches bis hinauf an die Grenze zu Angola führt. Um von den Otjiha-Plains zur „Red Drum“ zu gelangen, muss noch der Rooidrom-Pass überwunden werden. Die Anfahrt erfolgt zunächst flott über die rote Sandfläche. Als die Hügel beginnen, ändert sich die Landschaft. Hier ist sie geprägt von Quarz- und Schiefergestein und entsprechend abwechslungsreich in der Farbgebung. Bevor wir in den Pass einsteigen, kommt uns eine südafrikanische geführte Tour mit zehn Fahrzeugen entgegen. Der freundliche Tourguide fragt uns augenzwinkernd, ob wir denn wissen, wo wir hier sind und ob wir genug Wasser und Treibstoff dabei haben. Haben wir! Auch wenn wir ohne Begleitfahrzeug unterwegs sind und in unseren Turnhosen und ausgebleichten T-Shirts nicht wie der klassischen Expeditions-Trupp aussehen, haben wir zum Glück ja auch schon einiges an Erfahrung im entlegenen Gelände sammeln können und diese Strecke gut geplant.

Von Süden kommend steigt der Weg über den Pass im dunklen Schiefergestein steil an. Jetzt in der tief stehenden Nachmittagssonne sieht es aus wie in Mordor aus Herr der Ringe. Low-Range und behutsames Vorantasten ist Pflicht, damit man nicht an einer der Stufen mit dem Unterboden aufsetzt. Der nördliche Abstieg nach ein paar Kilometern auf dem Berg ist ebenso steil und erfordert wieder Konzentration. An einer Stelle müssen wir die Piste etwas ausbessern, ansonsten ist der Track gut zu befahren. Fahrerisch ist diese Passage die anspruchsvollste auf der von uns gewählten Route und die einfachere südliche Alternative zum legendären Van Zyl’s Pass. Diesen wollten wir uns und unserem schönen Hilux nicht zumuten.

Unseren ersten Übernachtungsstopp machen wir direkt südlich der „Red Drum“, machen ein einfaches Abendessen und fallen erschöpft ins Bett. Am nächsten Morgen geht es früh weiter Richtung Norden ins Marienfluss-Tal. Zunächst sind noch ein paar steinige Passagen zu meistern, dann fahren wir kilometerlang nur noch auf Sand. Viele unterschiedliche Tracks führen nach Norden und wir kommen gut voran. Je weiter nördlich wir kommen, desto grüner wird das Tal. Nach nur gut zwei Stunden hinter der „Red Drum“ kommen wir am Cunene-Fluss an und sind damit wieder an der Grenze zu Angola. Das schöne „Camp Syncro“ würde hier zum übernachten einladen, da es aber erst kurz nach 10 Uhr morgens ist, wollen wir uns noch nicht hier einquartieren. Wir fahren wieder durch das Marienfluss-Tal Richtung Süden und beziehen gegen Mittag Quartier an einem durch zwei Felsen eingefassten und kaum einsehbaren Wildcamping-Platz. Andere Camper vor uns haben hier bereits eine kleine Feuerstelle errichtet und wir genießen die Stille und Einsamkeit. Wir leben in einer verrückten Welt: Neben der tollen Landschaft ist es vor allem diese Abgeschiedenheit, die den Reiz dieses Teils Namibias ausmacht. Um das Privileg des „Wirklich-Alleinseins“ zu erleben, muss man gefühlt bis ans Ende der Welt fahren. Hier hat man keine Straßen, keinen Verkehr und kein Mobilfunknetz. So schön.

Ich sitze auf meinem Camping-Stuhl und schaue in die Landschaft, als eine ca. 1 Meter lange Schlange in hohem Tempo auf mich zuschlängelt. Ich bleibe ganz still sitzen und das Tier windet sich zwischen meinen Beinen hindurch, gelangt unter unser Auto, umrundet dort einen Reifen und bewegt sich wieder zurück an seine Ausgangsposition zwischen den Felsen. Dort können wir sie noch eine Weile beobachten, bis sie verschwindet. Spannend!

Am nächsten Morgen fahren wir wieder Richtung Süden, vorbei an der „Red Drum“ und über den Rooidrom-Pass. Über die Otjiha-Plains fahren wir diesmal weiter Richtung Süden nach Orupembe. Der bekannte „Shop No. 1“ hat leider zu, so dass wir keinen Frühschoppen nehmen können. Hinter der Siedlung wählen wir die D3707 in Richtung Puros. Die gut gepflegte Dirtroad führt durch die Einöde entlang der Grenze zur Skeleton-Coast und wir kommen schnell voran. Puros ist eine wirklich schöne Oase in der Wüstenlandschaft. Entlang des Trockenflusses wachsen Bäume und Palmen und es ist wunderbar grün. Wir beziehen einen Platz auf dem Puros Community Camp unter einem großen Baum. Elefanten sind zur Zeit keine hier, da sie aktuell auch außerhalb der von Menschen besiedelten Regionen Nahrung finden. Wir fühlen uns sehr wohl hier!

Von Puros führt die D3707 weiter Richtung Sesfontein, wo wir wieder auf die Hauptstraße einbiegen und Richtung Süden fahren.

Der Aufenthalt im Kaokoveld war wirklich ein Highlight für uns und wir sind froh, diesen Trip noch nachgeholt zu haben. Wenn man ein zuverlässiges Fahrzeug und ein wenig Offroad-Erfahrung hat, sollte man keine Angst vor einem Ausflug in diese Region haben.

Abstecher in den Huab-Fluss

Da wir noch nicht genug haben von einsamen Orten, die nah an der Natur liegen, fahren wir am Doro Nawas Airstrip von der C39 (zwischen Palmwag und Khorixas) ab. Hier geht es zum Einstieg in den Huab River, einem Trockenfluss, der bei Twyfelfontein und nördlich des Brandbergs in Richtung Atlantik fließt. Wir folgen dem trockenen Flussbett, der Track ist sandig aber gut zu befahren. Immer wieder sehen wir Elefantenspuren, die Tiere selber sehen wir aber nicht. An einem großen Baum schlagen wir unser Nachtlager auf und genießen abermals die Einsamkeit. Nachts hören wir die Löwen brüllen, auch diese sind hier ganz in der Nähe.

Wir nehmen den gleichen Weg raus aus dem Flussbett und folgen der D2612 in östlicher Richtung bis zum Madisa Camp. Hier zweigt eine Sandpiste ab, die direkt zur White Lady Lodge am Brandberg führt. Wir wollten diese Route schon letztes Jahr fahren, hatten uns dann aber entschieden, die deutlich längere Hauptstraße zu nehmen. Auch dieses Mal erklärt uns der Wirt am Madisa Camp, dass die Piste anspruchsvoll und tiefsandig ist. Wir fahren los und sehen nach einigen Kilometern eine kleine Sanddüne, auf die wir hoch müssen. Also Allrad einschalten, den richtigen Gang wählen und Vollgas. Wir erklimmen die kleine Erhebung problemlos. Ich denke noch: „Wenn das jetzt so weiter geht, ist das eine richtig tolle Strecke“. Aber leider ist das nicht so. Die kleine Düne war die einzige Herausforderung und wir kommen auf festem Wellblech am Brandberg an. Das Camp der White Lady Lodge ist wirklich schön und wir genießen einen Nachmittag am Pool, organisieren einige Dinge für die weitere Reise und lassen den Abend am Lagerfeuer ausklingen.

Über den Brandberg hinunter nach Henties Bay und zum Messum Krater

Vom Brandberg folgen wir der gut ausgebauten C35 hinab nach Henties Bay. Hier essen wir leckere Fish & Chips im „Fishy Corner“. Die Fish & Chips hier schaffen es definitiv in die Top 5 unserer bisherigen Reise! Wir folgen der Küstenstraße C34 nach Norden, vorbei an Cape Cross mit seiner furchtbaren Robben-Kolonie, bis zur „Mile 100“. Hier biegen wir ins Landesinnere ab in Richtung Messum Krater. Dieser Krater ist Zeugnis alter vulkanischer Aktivität und hat einen Durchmesser von 25 km. Auf dem Weg zu einem einsamen Übernachtungsplatz im Zentrum des Kraters, fahren wir an Welwitschia-Feldern vorbei. Die größten dieser urtümlichen Pflanzen sind nach radiologischen Untersuchungen bis zu 2000 Jahre alt. Unglaublich: Als diese jetzt noch gedeihenden Pflanzen ersten Wurzeln schlugen, war Jesus noch ein Handwerker im Nahen Osten und die antiken Kulturen am Mittelmeer waren auf ihrem Höhepunkt. Verrückt.

Wir genießen die einsame Nacht im Krater, machen ein Lagerfeuer und besteigen einen kleinen nahegelegenen Gipfel.

Über Swakopmund zurück nach Windhoek

Abermals über die Küstenstraße C34 fahren wir südlich nach Swakopmund. Wir holen unseren Hochzeitstag im „The Tug“ nach und gehen lecker essen. Übernachtet wird auf dem Camp des „Desert Sky Backpackers“, einer netten Alternative zur „Alten Brücke“.

Am nächsten Morgen hat Tanja noch einen Arzttermin beim Orthopäden (Diagnose: Frozen Shoulder) und beim Friseur (Diagnose: Trockene Haare durch afrikanische Sonne). Wir nehmen die C28 über den Bosua-Pass nach Windhoek. Da wir noch nicht in der großen Stadt schlafen wollen, machen wir einen Zwischenstopp im schönen „C28 Harmonie Camp“, ca. 90 km vor der Hauptstadt.

In Windhoek steht alles im Zeichen unserer weiteren Reise: Wir quartieren uns im „Urban Camp“ für eine Nacht ein, wo wir uns freuen, Ruedi und Ingrid aus der Schweiz nach einem guten halben Jahr wiederzutreffen. Auch Ralf von „Two-on-Tour“ ist zwischenzeitlich hier und wir haben einen schönen Abend. Wir geben den tollen Hilux bei Stefan und Esme von „African Sun Car Hire“ ab. Es fühlt sich komisch an, denn damit geht unser Roadtrip in Afrika endgültig zu Ende.

Den für die Weiterreise notwendigen Covid-PCR-Test machen wir bei „Rennie’s Travel“, da diese zwischenzeitlich den besten Preis machen. Die Testerei ist ein richtig lukratives Business geworden.

Bevor es auf den Flughafen geht, übernachten wir in der schönen Pension „Maison Ambre“. Die Gastgeberin Beate und ihr Mann müssen ohnehin zum Flughafen und nehmen uns mit. Vielen Dank!

Wie geht es jetzt weiter?

Unser Auto steht in Kapstadt und wartet auf die Verschiffung nach Hause. Wir reisen also ab jetzt mit Rucksack.

Zunächst führt uns der Weg nach Sansibar. Wir haben die Insel im Indischen Ozean noch nicht besucht, obwohl wir ja insgesamt fast drei Monate im schönen Tansania waren. Dort werden wir gut zwei Wochen verbringen. Danach geht es halb um den Globus nach Panama, Costa Rica und Mexiko. Die Heimat sieht uns im März des kommenden Jahres wieder, wenn dort hoffentlich der Frühling Einzug hält.

Unsere schönsten Übernachtungsplätze (siehe Karte)

Mudumu Nationalpark Campsite 3

Herrliches Camp ohne jegliche Infrastruktur mitten im Park am Kwando. Man kann hier warten, dass die Tiere vorbeiziehen, während man in eigenen Campingstuhl sitzt. Um den Platz zu erreichen, sollte man den Druck aus den Reifen lassen und frühzeitig den Allrad zuschalten, da die Pisten sehr tiefsandig sind. Ohne 4×4 nicht erreichbar.

Mobola Lodge und Camp

Sehr schönes Camp am Okawango, etwas westlich von Divundu. Das Highlight ist die „Island-Bar“: Über eine Hängebrücke gelangt man auf deine Insel, auf der eine schöne Bar mit kaltem Fassbier eingerichtet ist.

Kupferquelle Resort und Camp in Tsumeb

Großes Resort mit Campingplatz. Guter Standort, wenn man am darauffolgenden Tag in den Etosha möchte oder sonst etwas in Tsumeb zu tun hat. Das 50 Meter Schwimmbad ist hervorragend und die Preise im Restaurant sehr human.

Camp Cornie am Cunene River

Zwischen Ruacana und den Epupafällen am Cunene River gelegen. Man fährt ab Ruancana auf einer Dirt-Road, die vor einigen Jahren ausgebaut wurde. Von Ruacana zum Camp benötigt man ca. 2,5 Stunden. Die großen Campsites unter Palmen haben jeweils ein privates Bad und eine Feuerstelle. Wifi gibt es über Satellit, Mobilfunk gibt es hier keinen. Wir haben die Ruhe hier genossen, die Gastgeber sind sehr nett.

Epupa Falls Viewpoint Camp

Einfaches aber liebevoll gemachtes Community-Camp auf dem Epupa Falls Viewpoint. Man hat die beste Aussicht und unterstützt die Gemeinschaft. Der Betreiber Simon ist sehr engagiert und führt auch Touren zu den Himba-Dörfern in der Region durch.

Puros Community Camp

Sehr schönes Camp in der Oase Puros, wenn man eine Tour durch das Kaokoveld unternimmt. Nach einigen Tagen in der Wildnis war es für uns schön, hier eine warme Dusche zu bekommen. Das Camp ist großzügig angelegt und liebevoll geführt.

Maison Ambre in Windhoek

Schöne Pension unweit des Zentrums von Windhoek. Tolles Frühstück, großzügige Zimmer und nette Gastgeber. Das Wifi ist schnell und stabil, was für uns wichtig war, da wir von hier aus die weitere Reise planen konnten. Idealer Standort, wenn man ein paar Nächte in Windhoek verbringen möchte.

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One comment

  1. Hallo Tanja + Armin,

    der aktuelle Bericht ist wie immer super geschrieben und sehr interessant.
    Kaokoveld und Brandberg kommen mir bekannt vor.
    Oder lieg ich hier falsch mit meinen Erinnerungen?
    Schöne letzte Wochen in Afrika, auf Sansibar.
    LG Wolfgang

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